Kon­se­quent durch­grei­fen

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON ANDREA KÜMPF­BECK ak@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Po­li­zei­be­am­te – wie auch Leh­rer oder Feu­er­wehr­leu­te – wa­ren frü­her na­tür­li­che Re­spekts­per­so­nen. Jetzt sind sie im­mer häu­fi­ger Ziel­schei­be von Ge­walt. Sie wer­den be­spuckt, an­ge­pö­belt, be­lei­digt. Das Ta­bu, den „Freund und Hel­fer“an­zu­grei­fen, des­sen Auf­ga­be es ist, den Staat zu schützen, gibt es nicht mehr. In be­stimm­ten Mi­lieus ge­hört es fast schon zum schlech­ten Ton, auf die Ein­satz­kräf­te los­zu­ge­hen, die Men­schen in pre­kä­ren Si­tua­tio­nen hel­fen.

Die häu­figs­ten Tä­ter sind jun­ge, al­ko­ho­li­sier­te Män­ner, die nach selbst ge­mach­ten Re­geln oder Eh­ren­ko­de­xen han­deln oder ein­fach ih­rer Ag­gres­si­on frei­en Lauf las­sen. Ih­re all­ge­mei­ne Wut auf den Staat ent­lädt sich ge­gen­über al­len, die als des­sen Stell­ver­tre­ter gel­ten.

Ra­bia­te Atta­cken auf Po­li­zis­ten – wie kürz­lich beim G20-Gip­fel in Ham­burg oder am Wo­che­n­en­de in Schorn­dorf – müs­sen mit al­ler Här­te des Ge­set­zes ge­ahn­det wer­den. Da­her ist es rich­tig, dass das Bun­des­ka­bi­nett ein Ge­setz auf den Weg ge­bracht hat, das Po­li­zis­ten oder Hel­fer bes­ser schützen soll. Die Schwel­le für ei­ne (Haft-)Stra­fe wird da­mit ge­nau­so kon­se­quent ge­senkt, wie schon seit Jah­ren die Ge­walt­schwel­le sinkt.

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