Vor­sicht vor Mehr­be­las­tung

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft - VON CHRIS­TI­NA HEL­LER hhc@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Statt wie üb­lich um fünf Uhr da­heim zu sein, sol­len Ar­beit­neh­mer zwei Jah­re lang schon um drei nach Hau­se kom­men dür­fen. Der Vor­schlag hört sich für vie­le wie ein Traum an. Ge­ra­de, wenn zu Hau­se klei­ne Kin­der war­ten oder ei­ne Mut­ter, die ge­pflegt wer­den muss, ver­spricht ei­ne kür­ze­re Ar­beits­zeit Ent­las­tung. Aber nicht nur dann. Denn der Wunsch selbst zu be­stim­men, wann, wo und wie lan­ge man ar­bei­tet, wächst bei vie­len Men­schen. Sie ver­zich­ten so­gar auf ein Ge­halts­plus, wenn sie da­für mehr Frei­zeit be­kom­men. Beim ak­tu­el­len Fach­kräf­te-Man­gel sind Ar­beits­zei­ten, die sich an den Mit­ar­bei­tern ori­en­tie­ren, auch ein Ar­gu­ment, sich für ein Un­ter­neh­men zu ent­schei­den. Das wis­sen die Ar­beit­ge­ber.

Und trotz­dem gibt es in der Traum­welt der kür­ze­ren, gut be­zahl­ten Ar­beit ein Pro­blem: Häu­fig be­deu­ten kür­ze­re Ar­beits­zei­ten bei glei­chem Ge­halt, dass Mit­ar­bei­ter in kür­ze­rer Zeit mehr leis­ten müs­sen. Al­lei­ne schon, weil es schwer – und teu­er – ist, neu­es Per­so­nal zu fin­den. Wer sich al­so im Sin­ne der Mit­ar­bei­ter für kür­ze­re Ar­beits­zei­ten aus­spricht, muss auch ei­nen Plan ha­ben, wie das oh­ne Mehr­be­las­tung ge­hen soll.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.