Ge­fähr­li­ches Mus­ter

Donauwoerther Zeitung - - Politik - VON BERN­HARD JUNGINGER bju@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Es ist wie­der das­sel­be Mus­ter. Auch nach der schreck­li­chen Mes­ser­at­ta­cke von Ham­burg, bei der ein Mensch ge­tö­tet und sie­ben wei­te­re teils schwer ver­letzt wur­den, wird klar, dass den Be­hör­den über den mut­maß­li­chen Tä­ter zahl­rei­che Er­kennt­nis­se vor­la­gen. Das war schon bei Anis Am­ri so, der auf dem Ber­li­ner Weih­nachts­markt zwölf Men­schen tö­te­te, und bei den At­ten­tä­tern von Würz­burg und Ans­bach. So über­rascht es nicht, dass es bei Ah­mad A., der längst aus­rei­se­pflich­tig war, Hin­wei­se auf ei­ne is­la­mis­ti­sche Ein­stel­lung und auf psy­chi­sche La­bi­li­tät gab – ei­ne ge­fähr­li­che Mi­schung. Die Bür­ger ha­ben es satt, im­mer neue Be­schwich­ti­gun­gen und Er­klä­run­gen zu hö­ren, war­um in die­sem oder je­nem Fall kei­ne Ab­schie­bung mög­lich war. Ge­ra­de erst sind die neu­en, schär­fe­ren Ge­set­ze in Kraft ge­tre­ten, die den Be­hör­den nun deut­lich mehr Mög­lich­kei­ten ge­ben, die Aus­rei­se­pflicht durch­zu­set­zen. Doch schon die be­ste­hen­den Mög­lich­kei­ten wur­den nur un­zu­rei­chend ge­nutzt. Al­le noch so bri­san­ten Er­kennt­nis­se der Si­cher­heits­or­ga­ne nut­zen nichts, wenn sie in der Schub­la­de lie­gen blei­ben – weil der po­li­ti­sche Wil­le zu ei­ner kon­se­quen­ten Ab­schie­be­pra­xis fehlt.

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