Istan­buls Stra­ßen­ti­ger

Ke­di Ein Denk­mal für die Kat­zen ei­ner Stadt

Donauwoerther Zeitung - - Kino -

Kat­zen sind in Istan­bul all­ge­gen­wär­tig. Oh­ne die Tie­re wür­de die Stadt ei­nen Teil ih­rer See­le ver­lie­ren, heißt es. Des­halb wer­den die Streu­ner nicht nur ge­dul­det, son­dern als Ge­mein­gut lie­be­voll um­sorgt. Die Fil­me­ma­che­rin Cey­da Torun hat ih­re Kind­heit am Bo­spo­rus ver­bracht. Wo­hin es sie spä­ter auch ver­schlug, sie ver­miss­te die­se bei­spiel­lo­se Ko­exis­tenz von Mensch und Tier. Grund ge­nug, den Kat­zen von Istan­bul in „Ke­di – Von Kat­zen und Men­schen“ein fil­mi­sches Denk­mal zu set­zen, ei­ne wun­der­schö­ne Do­ku­men­ta­ti­on mit phi­lo­so­phi­schen Un­ter­tö­nen und ei­ner sehr ge­lun­ge­nen Ka­me­ra­ar­beit.

Den Stra­ßen­ti­gern von Istan­bul bleibt kei­ne Tür ver­schlos­sen. Die Men­schen hier sind sich si­cher, dass die Kat­zen po­si­ti­ve Ener­gie ver­brei­ten und al­les Ne­ga­ti­ve ein­fach ab­sor­bie­ren. Wenn sie von ih­ren Er­leb­nis­sen mit den Tie­ren be­rich­ten, ste­hen oft de­ren völ­lig un­ter­schied­li­che Cha­rak­ter­zü­ge im Mit­tel­punkt, die de­nen der Men­schen glei­chen. Im­mer wie­der fal­len auch Be­grif­fe wie „Lie­be“und „Gott“. Aber wie je­de an­de­re Groß­stadt ver­än­dert auch Istan­bul sein Ge­sicht. Tür­me aus Stahl, Be­ton und Glas wach­sen in die Hö­he und ver­drän­gen das Grün. Der Le­bens­raum der Kat­zen schrumpft. An­dré We­sche

Ke­di – Von Kat­zen und Men­schen (1 Std. 19 Min.), Do­kum., Tür­kei/USA 2016 Wer­tung **** *

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