Trump wird die Geis­ter nicht los

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON MICHA­EL STIF­TER msti@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Wenn es dar­um geht, sei­ne Mei­nung via Twit­ter in die Welt hin­aus­zu­bla­sen, ist Do­nald Trump nor­ma­ler­wei­se ex­trem schnell. In die­sem Fall ist es an­ders. Nach der rechts­ex­tre­men Ge­walt in Vir­gi­nia braucht der obers­te Twit­te­rer der Na­ti­on un­ge­wöhn­lich lan­ge für ei­ne Wort­mel­dung. Er nutz­te die Zeit ganz of­fen­sicht­lich nicht, um nach­zu­den­ken. Sein Kom­men­tar zu den Aus­schrei­tun­gen ist je­den­falls nicht be­son­ders klug. Auf ei­ne kla­re Dis­tan­zie­rung von den Rechts­ex­tre­mis­ten war­tet man ver­geb­lich. Statt­des­sen pran­gert er nur ganz all­ge­mein „Ge­walt von vie­len Sei­ten“an. Selbst in den ei­ge­nen Rei­hen löst er da­mit Ir­ri­ta­tio­nen aus.

Schon im Wahl­kampf hat­ten sich ras­sis­ti­sche Be­we­gun­gen wie der Ku-Klux-Klan auf Trumps Sei­te ge­stellt. Auch da­mals schien ihn das nicht zu stö­ren. Er spiel­te den Ah­nungs­lo­sen und be­haup­te­te, von „der Grup­pe“gar nichts zu wis­sen. Auch nach dem Ge­walt­ex­zess von Char­lot­tes­vil­le be­ru­fen sich die Ex­tre­mis­ten auf ihn. „Wir wer­den die Ver­spre­chen von Do­nald Trump er­fül­len“, sagt der frü­he­re KuK­lux-Klan-An­füh­rer. Wird der Prä­si­dent die Geis­ter nicht los, die er rief? Es ist so­gar noch schlim­mer: Er ver­sucht es erst gar nicht.

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