So hal­ten Blu­men län­ger

Rat­ge­ber Kaum ge­kauft, schon ver­welkt: Oft ma­chen Ro­sen, Tul­pen & Co. nur kurz Freu­de. Ei­ne Ex­per­tin er­läu­tert, wie man Feh­ler ver­mei­det und wo man die bes­ten Pflan­zen fin­det

Donauwoerther Zeitung - - Geld & Leben - VON GI­DE­ON ÖTINGER

Augs­burg Blu­men­sträu­ße ge­hö­ren zu den Klas­si­kern un­ter den Ge­schen­ken. Ge­burts­ta­ge, Jah­res­ta­ge, Weih­nach­ten, Mut­ter­tag – Blu­men ge­hen ei­gent­lich im­mer. Blöd nur, wenn die Pflan­zen schon nach we­ni­gen Ta­gen an­fan­gen, in der Va­se zu ver­wel­ken und die Freu­de im Nu ver­fliegt. Da­mit das nicht pas­siert, gibt Er­ni Sal­zin­ger-Nue­ner Tipps, wie man Schnitt­blu­men rich­tig pflegt. Sie ist Prä­si­den­tin des Baye­ri­schen Lan­des­ver­ban­des Deut­scher Flo­ris­ten in Gun­del­fin­gen.

Wor­auf muss ich ach­ten, be­vor die Blu­men in die Va­se kom­men?

Die Va­se muss „sehr, sehr sau­ber“sein, sagt Sal­zin­ger-Nue­ner. Denn Bak­te­ri­en, die in den Ge­fä­ßen lau­ern, sei­en das „Grund­übel“für Schnitt­blu­men, ge­ra­de jetzt im Som­mer. Des­halb emp­fiehlt die Prä­si­den­tin, die Va­se sorg­fäl­tig aus­zu­put­zen. Sie mit Was­ser aus­zu­spü­len reicht da­bei nicht – die Spül­ma­schi­ne kann hier Ab­hil­fe schaf­fen. In die sau­be­re Va­se kommt dann kla­res, fri­sches Was­ser. Das kann ru­hig kalt sein, nur eis­kalt wä­re schlecht, sagt Sal­zin­ger-Nue­ner.

Müs­sen Schnitt­blu­men an­ge­schnit- ten wer­den, be­vor sie in die Va­se kom­men?

Das emp­fiehlt die Flo­ris­tin un­be­dingt. Der Grund: Wäh­rend des Trans­ports kommt Luft an die Stie­le, die ähn­lich wie bei ei­nem Stroh­halm von den Blu­men an­ge­saugt wird. Da­durch kann ein Pfrop­fen ent­ste­hen, der den Was­ser­trans­port im Sti­el ver­hin­dert. Die Blu­me mit ei­nem schar­fen Mes­ser oder ei­ner schar­fen Sche­re um ei­nen hal­ben bis gan­zen Zen­ti­me­ter zu kür­zen, hilft hier schon, sagt Sal­zin­ger-Nue­ner.

Spielt der Stand­ort der Va­se ei­ne Rol­le?

So­gar ei­ne gro­ße. Die Ex­per­tin rät drin­gend da­von ab, die Blu­men in die pral­le Son­ne zu stel­len. Au­ßer­dem soll­te die Va­se kei­ne Zug­luft ab­be­kom­men. Dann fan­gen die Blu­men näm­lich an, zu tran­spi­rie­ren und letzt­lich zu wel­ken. Au­ßer­dem soll­te das Zim­mer im Ver­gleich zur Au­ßen­tem­pe­ra­tur nicht zu sehr ge­kühlt wer­den. Was vie­le Men­schen nicht wis­sen, ist, dass ei­ne Blu­men­va­se nicht ne­ben ei­nen Obst­korb ge­stellt wer­den soll­te. Das Obst gibt ein Rei­fe­gas ab, das den Blu­men scha­det.

Wie pfle­ge ich Blu­men rich­tig?

Wich­tig ist, das Was­ser re­gel­mä­ßig aus­zu­tau­schen. Häu­fig ist bei Blu­men ein spe­zi­el­les Frisch­hal­te­mit­tel da­bei, das es auch im Fach­ge­schäft zu kau­fen gibt. Das sei sehr sinn­voll, sagt Sal­zin­ger-Nue­ner. Al­ler­dings nur dann, wenn es rich­tig do­siert wird. Des­halb ist ein Blick in die An­lei­tung nö­tig. Rich­tig do­siert hält das Was­ser dann zwei bis drei Ta­ge. Oh­ne Fri­sche­mit­tel soll­te es je­den Tag aus­ge­tauscht wer­den. Im­mer dann, wenn Blu­men neu­es Was­ser be­kom­men, soll­ten sie an­ge­schnit­ten und ih­re Stie­le ab­ge­wa­schen wer­den, weil sich an ih­nen Bak­te­ri­en ab­la­gern.

Was brin­gen Haus­mit­tel wie bei­spiels­wei­se Zu­cker im Was­ser, um Schnitt­blu­men län­ger frisch zu hal­ten?

Zu­cker kann rich­tig do­siert hel­fen, die Blu­men län­ger am Le­ben zu hal­ten, sagt Sal­zin­ger-Nue­ner. Al­ler­dings warnt sie vor der Bil­dung von Bak­te­ri­en, die durch den Zu­cker an­ge­regt wird.

Wie lan­ge blei­ben Schnitt­blu­men frisch, wenn sie rich­tig ge­pflegt wer­den?

Dann kön­nen sie schon gut ei­ne Wo­che lang hal­ten. Wich­tig ist der Ex­per­tin zu­fol­ge je­doch, dar­auf zu ach­ten, wel­che Ar­ten zu­sam­men in der Va­se ste­hen. Man­che ver­wel­ken schnel­ler als an­de­re.

Wie trans­por­tie­re ich Schnitt­blu­men am bes­ten?

Wer ei­nen Blu­men­strauß ver­schen­ken möch­te, kennt das Pro­blem: Bis zur Fei­er sind es noch ei­ni­ge St­un­den und der Strauß muss frisch ge­hal­ten wer­den. Hier emp­fiehlt Sal­zin­ger-Nue­ner, dar­auf zu ach­ten, dass die Blu­men in Pa­pier ge­wi­ckelt sind. Das schützt die Pflan­zen. Au­ßer­dem soll­ten sie mög­lichst nur kurz auf Was­ser ver­zich­ten müs­sen. Op­ti­mal wä­re es, schon beim Ein­kauf ei­nen Ei­mer Was­ser da­bei zu ha­ben und die Blu­men dar­in zu trans­por­tie­ren – auch wenn das na­tür­lich oft un­rea­lis­tisch ist.

Wo soll­te man Schnitt­blu­men am bes­ten kau­fen?

Am fri­sches­ten sind sie auf Wie­sen zum Sel­ber­schnei­den. Hier gibt es nach den Wor­ten der Ex­per­tin je­doch auch Din­ge zu be­ach­ten: Wenn mög­lich, soll­ten die Blu­men nicht auf ei­ner Wie­se wach­sen, die na­he an ei­ner Stra­ße liegt. Die Au­to-Ab­ga­se scha­den den Pflan­zen. An­sons­ten emp­fiehlt Sal­zin­ger-Nue­ner, die Blu­men bei ei­nem Flo­ris­ten zu kau­fen, weil hier die Be­ra­tung stimmt und die Blu­men frisch sind.

Foto: Andrea War­ne­cke, dpa

Die Sti­e­len­den von Schnitt­blu­men wer­den schräg um zwei bis drei Zen­ti­me­ter ab­ge­schnit­ten. So bleibt der Strauß frisch.

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