Mi­ni­ons kom­men frech da­her

Dresdner Morgenpost - - FREIZEIT -

In „Ich, ein­fach un­ver­bes­ser­lich“wa­ren die Mi­ni­ons die heim­li­chen Stars. Sie wa­ren die eif­ri­gen, stets ver­gnüg­ten Hel­fer des Schur­ken Gru. Nun be­kom­men sie ei­nen ei­ge­nen Ki­no­film. Dar­in wird ih­re Vor­ge­schich­te er­zählt: Wer sie sind, wo­her sie kom­men.

Sie sind gelb, frech und auf der Su­che nach ei­nem neu­en Boss: die Mi­ni­ons. Je bö­ser, des­to bes­ser. Im Lau­fe der Jahr­hun­der­te dien­ten sie schon vie­len mäch­ti­gen Her­ren: dem Ty­ran­no­sau­rus Rex, Dra­cu­la oder Kai­ser Na­po­le­on. Al­les ist gut, bis auch der letz­te ih­rer bö­sen Herr­scher tot und Gru noch lan­ge nicht in Sicht ist. Tie­fe Trau­er bei den Mi­ni­ons. Ein neu­er Meis­ter muss her, aber die Su­che ge­stal­tet sich äu­ßerst schwie­rig - bis die Mi­ni­We­sen die ehr­gei­zi­ge Schur­kin Scar­lett Over­kill tref­fen. Doch ist sie die Rich­ti­ge?

In be­währ­ter Ma­nier hüp­fen, ku­geln und rol­len die kap­sel­för­mi­gen We­sen über die Lein­wand. Der Nied- lich­keits­fak­tor? Ex­trem hoch. Mit ih­ren rie­si­gen Kul­ler­au­gen und dem kind­lich-ba­by­haf­ten Ge­brab­bel ru­fen sie vor al­lem bei weib­li­chen Zu­schau­ern ei­ne Re­ak­ti­on her­vor: „Süüüüüß!“Was sie sa­gen, ist meist nur an­satz­wei­se zu ver­ste­hen. Wer Spa­nisch und Fran­zö­sisch spricht, ist ganz klar im Vor­teil, be­die­nen sie sich doch ei­nes un­ver­ständ­li­chen Kau­der­welschs mit ei­ni­gen Sprach­bro­cken, dar­un­ter auch eng­li­schen: „I go la boss“, „C’est le Bob“oder „Thank you“. Doch die Spra­che ist nicht so wich­tig. Ähn­lich wie in dem wun­der­ba­ren Knet­fi­gu­ren-Aben­teu­er „Shaun das Schaf“wird auch oh­ne Wor­te schnell klar, wor­um es geht.

Ein amü­san­ter Gu­te-Lau­ne-Film

Al­ler­dings: Gera­de im ers­ten Teil ver­lässt sich der Film et­was sehr auf die nied­li­che Wir­kung sei­ner Hel­den. Bis die Ge­schich­te an Fahrt ge­winnt, dau­ert es. Und man­ches ist we­nig über­ra­schend. Da­für über­zeugt das Werk mit vie­len lie­be­vol­len Klei­nig­kei­ten. So ver­liebt sich ein Mi­ni­on in ei­nen Was­ser­hy­dran­ten, eben­so gelb und kap­sel­för­mig wie er selbst. Zu den net­tes­ten Sze­nen ge­hört es, wenn die Mi­ni­ons in Lon­don über die „Ab­bey Road“mar­schie­ren - ei­ne Hom­mage an die Beat­les und ihr le­gen­dä­res Plat­ten­co­ver. Und dann ist da noch die eng­li­sche Queen, die für Scar­lett Over­kill ih­ren Thron räu­men soll.

Die gel­ben We­sen wer­den mit ih­ren blau­en Latz­ho­sen, ih­rer un­be­küm­mer­ten Frech­heit und ih­rer Toll­pat­schig­keit die Her­zen vie­ler Ki­no­zu­schau­er er­obern. Ein Tipp: Nach En­de des Films nicht gleich raus­ge­hen, son­dern sit­zen blei­ben und ab­war­ten!

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