Hei­ßes Zeug

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

So kann es nicht wei­ter­ge­hen, Freun­de! Die Kanz­le­rin wird ab­ge­hört, ih­re Mi­nis­ter wer­den be­lauscht, selbst die Com­pu­ter der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten sind an­ge­zapft. Und in Sach­sen? Nichts. Nien­te. Null. Wie­so in­ter­es­siert sich kein Ge­heim­dienst für den Frei­staat? Ist Sach­sens Ka­bi­nett nicht ab­hör­wür­dig? Ha­ben die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten über­haupt Te­le­fon? Und falls ja: Wis­sen sie, wie man es be­dient?

Oder ist Sach­sen et­wa un­wich­tig? Das hät­te es frü­her nicht ge­ge­ben! Da war im­mer was los, und vor al­lem war nicht al­les schlecht. Wla­di­mir Pu­tin hat di­rekt in Dres­den noch per­sön­lich zu­ge­hört. Heu­te lau­schen nicht mal die Ame­ri­ka­ner aus der Fer­ne. Kön­nen nicht we­nigs­tens die Grie­chen ir­gend­was mitschneiden? Dann wür­den sie viel­leicht noch was ler­nen. Dres­den war ja auch mal so plei­te, dass die EU schon ab­ge­winkt und die ARD an sie­ben Ta­gen in der Wo­che je 24 Talk­shows zum The­ma pro­du­ziert hat.

Das hat, zu­ge­ge­ben, auch nichts ge­hol­fen. Denn mor­gen ist schon wie­der Re­fe­ren­dum in Dres­den. Wenn wir al­les rich­tig ver­stan­den ha­ben, wer­den wir da­nach wis­sen, ob Sach­sens Lan­des­haupt­stadt in Eu­ro­pa blei­ben darf oder Wolf­gang Schäu­b­le Ober­bür­ger­meis­ter wird und die DDRMark wie­der ein­füh­ren muss. Zum Kurs von 1:1. Zu­rück oh­ne Zu­kunft! Lei­der kann die UNO dies­mal kei­ne Blau­helm­trup­pen nach Dres­den schi­cken, die den ord­nungs­ge­mä­ßen Ablauf der Ab­stim­mung si­chern. Das Rat­haus sucht des­halb noch hän­de­rin­gend Hel­fer. Wenn Sie al­so in der La­ge sind, feh­ler­frei bis drei zu zäh­len, ab mit Ih­nen ins Wahl­lo­kal!

Wie bit­te? Sie kön­nen nicht we­gen der Hit­ze? Fällt als Be­grün­dung völ­lig aus! Je­der Wahl­hel­fer er­hält ein amt­li­ches Er­fri­schungs­geld, und das heißt nicht oh­ne Grund so. Wer am schwers­ten schwitzt, kriegt die meis­te Koh­le. Of­fi­zi­el­le Ba­sis für die Be­rech­nung ist der TIX, der Tran­spi­ra­ti­ons­in­dex, und wie der er­mit­telt wird, kön­nen wir auch nicht er­klä­ren. Fakt aber ist: Die Be­hör­den wis­sen längst Be­scheid. Hei­ßes­te In­for­ma­tio­nen! Auch des­halb tau­chen wir jetzt un­ter, und zwar im Frei­bad. Schö­nes Wo­che­n­en­de!

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