Rei­ne Ner­ven­sa­che

Dresdner Morgenpost - - POLITIK - Von Tho­mas Sch­mitt

Bei all dem La­men­to über ver­brann­te deut­sche Steu­er­gel­der für Hel­las muss die­ser Hin­weis ein­mal er­laubt sein: Wäh­rend Wolf­gang Schäu­b­le von den Grie­chen un­gnä­dig Spar­be­mü­hun­gen und knall­har­te Re­for­men et­wa beim Fis­kus for­dert, ver­zich­tet der Fi­nanz­mi­nis­ter bei Fir­mener­ben hier­zu­lan­de äu­ßerst ku­lant auf je­den Cent Erb­schaft­steu­er, so­fern ihr Be­triebs­ver­mö­gen 26 Mil­lio­nen Eu­ro nicht über­steigt. Im Grun­de ist dies genau das, was in At­hen kri­ti­siert wird: Gro­ße Ver­mö­gen wer­den ver­schont. Für den Fort­gang des Schul­den­po­kers mit Grie­chen­land ist der Ge­setz­ent­wurf des CDU-Po­li­ti­kers zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen nicht von Be­lang. Hier kommt es jetzt vor al­lem auf Ner­ven­stär­ke an. Auch für die Kanz­le­rin hängt ei­ni­ges da­von ab - denn eins ist auch klar: Schei­tert der Eu­ro, dann schei­tert auch Mer­kel. Ob „Gr­ex­it“oder nicht: Am En­de geht es nicht oh­ne ei­nen Schul­den­schnitt für At­hen. Bei Pro und Kon­tra zu neu­en Hel­las-Hilfs­mil­li­ar­den ist die Ei­nig­keit der Eu­ro-Län­der längst da­hin. Tsi­pras weiß das, zockt da­mit und könn­te Er­folg ha­ben. Er darf jetzt nur nicht die Ner­ven ver­lie­ren.

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