Par­tei­buch-Herr­schaft

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Dirk Hein

Ehr­lich:

Mir tut das ak­tu­el­le Auf­tre­ten von Lin­ken, Grü­nen und SPD in der See­le weh! Al­le drei Par­tei­en sind vor al­lem we­gen des gro­ßen Ver­spre­chens ge­wählt wor­den, die ver­krus­te­ten Struk­tu­ren aus 25 Jah­ren CDU-Do­mi­nanz auf­zu­bre­chen.

Doch jetzt pas­siert genau das Ge­gen­teil: Mehr und mehr wird deut­lich, dass eben - wie vor sie­ben Jah­ren - bei der Be­set­zung der Bür­ger­meis­ter­pos­ten nicht die Fach­kom­pe­tenz zählt, son­dern das Par­tei­buch.

Wenn mit Tho­mas Lö­ser tat­säch­lich ein Leh­rer Bau­bür­ger­meis­ter wer­den soll­te, er­klärt sich auf ver­häng­nis­vol­le Wei­se, war­um das Bünd­nis die Qua­li­fi­ka­ti­ons vor­aus­set­zun­gen für die Pos­ten na­he null ge­senkt hat.

Scha­de ist auch, dass über sol­che Feh­ler die über gro­ße Stre­cken gu­te Ar­beit der Rats­mehr­heit in den Hin­ter­grund tritt. Nie­mand re­det über er­ziel­te Er­fol­ge, wie ei­nen trotz be­harr­li­cher Ge­gen­wehr von Fi­nanz­bür­ger­meis­ter Hart­mut Vor­jo­hann so­li­de ge­plan­ten neu­en Haus­halt oder das So­zi­al-Ti­cket mit sat­ten Nach­läs­sen für Ge­ring­ver­die­ner.

Lin­ke, Grü­ne und SPD schaf­fen es mo­men­tan ein­fach nicht, die ei­ge­ne Po­li­tik den Dresd­nern zu er­klä­ren. Statt tat­säch­lich zu gestal­ten, las­sen sie sich lie­ber dünn­häu­tig auf Gr­a­ben­kämp­fe ein. Das ist scha­de, weil von den gro­ßen Hoff­nun­gen auf ei­nen neu­en Po­li­tik-Stil kaum et­was üb­rig ge­blie­ben ist.

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