Als Ver­kehrs­row­dy vor Ge­richt

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN & UMGEBUNG -

BAUT­ZEN - Frei­staat-Grün­der, Ver­fas­sungs­me­dail­len-Trä­ger - und Ver­kehrs­row­dy? Ges­tern stand Schrift­stel­ler und Po­li­ti­ker Be­ne­dikt An­to­ni­us Dyr­lich (65, SPD) vor dem Bautz­ner Amts­ge­richt. Vor­wurf: Fah­rer­flucht!

Als sich der Frei­staat Sach­sen nach der Wen­de 1990 ei­ne Ver­fas­sung gab, saß Dyr­lich mit in der Ar­beits­grup­pe, die sie er­ar­bei­te­te, bis 1994 war er auch Mit­glied des Land­ta­ges. Heu­te ist er be­son­ders als Schrift­stel­ler und Vor­kämp­fer für ei­ne sor­bi­sche Volks­ver­tre­tung be­kannt.

Doch der Staats­an­walt­schaft ging es ges­tern we­der um Kunst noch Po­li­tik: Dyr­lich soll am 4. März 2014 vor dem Bautz­ner Kran­ken­haus mit sei­nem Sko­da Oc­ta­via über die Ram­pe ei­nes Kran­ken­wa­gens ge­fah­ren und dann ein­fach ab­ge­hau­en sein. „Ich ha­be nichts ge­merkt“, recht­fer­tig­te sich der Künst­ler. „Ich woll­te nur mei­ner kran­ken Schwie­ger­mut­ter ei­ne Ta­sche brin­gen, ha­be mich ne­ben den Kran­ken­wa­gen ge­stellt.“

Dort durf­te er aber nicht par­ken und wur­de weg­ge­schickt. Beim Um­par­ken ist es pas­siert, ein Zeu­ge hat es ge­se­hen. „Ei­gent­lich hät­ten Sie das mer­ken müs­sen“, sag­te Rich­ter Dirk Hert­le (52). „Aber viel­leicht wa­ren Sie in der Si­tua­ti­on zu an­ge­spannt, dann hät­ten Sie aber auch nicht fah­ren dür­fen.“Da Dyr­lich we­gen des Un­falls sei­nen Füh­rer­schein be­reits für sechs Wo­chen ab­ge­ge­ben hat­te, wur­de das Ver­fah­ren ge­gen die Zah­lung von 1 500 Eu­ro ein­ge­stellt.

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