Je­der ist hier will­kom­men

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Dirk Hein

Wenn ich die ges­tern frisch ver­öf­fent­lich­ten Er­geb­nis­se der städ­ti­schen Bür­ger­be­fra­gung mit der ak­tu­ell ge­fühl­ten Wahr­neh­mung in Dres­den ver­glei­che, kom­me ich mir vor, wie in ei­ner an­de­ren Zeit­rech­nung. Im

Früh­ling 2014 hat­ten zwei Pro­zent al­ler Dresd­ner ein Pro­blem mit Flücht­lin­gen, fürch­ten sich al­so da­vor, fremd in der eig­nen Stadt zu sein. Nicht ein­mal ein Jahr spä­ter zie­hen je­de Wo­che Tau­sen­de Dresd­ner durch ih­re Stadt, um ge­gen Aus­län­der zu de­mons­trie­ren. Im

Früh­jahr 2014 hat­ten mehr Dresd­ner Sor­ge vor Rechts­ex­tre­mis­mus als vor Aus­län­dern. Nicht ein­mal ein Jahr spä­ter ist es für vie­le Dresd­ner völ­lig in Ord­nung, Sei­te an Sei­te mit teils of­fen rechts­ra­di­kal ar­gu­men­tie­ren­den Ein­peit­schern durch die Stadt zu lau­fen. Doch

hat sich Dres­den wirk­lich so ra­di­kal ge­än­dert? Die nächs­ten Mo­na­te wer­den es zei­gen. Mei­ne Hoff­nung: Der im­mer noch re­la­tiv ge­rin­ge An­teil von Flücht­lin­gen oder Frem­den wird zum ganz nor­ma­len „Ta­ges­ge­schäft“. Das

heißt nicht, dass die Flücht­lings­po­li­tik der Re­gie­rung be­din­gungs­los rich­tig sein muss. Das heißt al­ler­dings, das je­der Mensch der nach Dres­den kommt, dass Recht hat, hier erst ein­mal will­kom­men zu sein.

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