Kun­den ge­prellt? Pro­zess um Ju­we­lier, der die Par­tys liebt

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

Von Frank Va­cik AUE - Vor Ge­richt ist Ralf R. (30) aus Brei­ten­brunn kein Un­be­kann­ter - der In­ter­net-Ju­we­lier ist be­reits drei­fach we­gen Be­trugs vor­be­straft. Seit ges­tern steht er wie­der vor dem Ka­di - Kun­den füh­len sich ge­prellt.

Die Fir­men-Home­page des Erz­ge­bir­gers lässt ei­gent­lich kei­ne Zwei­fel zu: Hier ist ein Pro­fi am Werk. Ed­le Schmuck­stü­cke, teu­re Rin­ge, Ket­ten, Ohr­ste­cker. Und das zu sa­gen­haft güns­ti­gen Prei­sen. Teil­wei­se wer­den knapp 60 Pro­zent Er­spar­nis ver­spro­chen. In ei­ner Art Ti­cker lau­fen die Lo­bes-Hym­nen ver­meint­li­cher Kun­den über den Bild­schirm.

Christiane Wink­ler (47) aus Berlin war ei­ne. Jetzt ist sie Zeu­gin im Be­trugs­pro­zess: „Mein Dia­mant­ring kos­te­te knapp 1 300 Eu­ro. Als ich ihn prü­fen ließ, wur­den mir nicht mal 500 Eu­ro Wert be­schei­nigt.“Auch Klaus Rau­ser (49) aus München sag­te ges­tern aus: „Ich ha­be Schmuck für rund 600 Eu­ro be­stellt, ge­lie­fert wur­de aber nichts.“Ins­ge­samt 15 ge­prell­te Kun­den ste­hen auf der Lis­te der Staats­an­walt­schaft, et­wa 22000 Eu­ro Scha­den wur­den laut An­kla­ge in­ner­halb von zwei Jah­ren ver­ur­sacht.

Ralf R. selbst schweigt zu den Vor­wür­fen. In so­zia­len Netz­wer­ken spart er hin­ge­gen nicht mit Ein­bli­cken in sein rau­schen­des Par­ty­le­ben. Ges­tern be­zeich­ne­te er sich als „ar­beits­los“. We­gen In­sol­venz­ver­schlep­pung sei­ner In­ter­net-Fir­ma wur­de er be­reits 2014 vom Amts­ge­richt Chem­nitz zu neun Mo­na­ten auf Be­wäh­rung ver­ur­teilt. Trotz­dem steht er noch als Vor­stands­vor­sit­zen­der im Im­pres­sum sei­nes In­ter­net­han­dels.

Der Pro­zess wird am 22. Ju­li fort­ge­setzt. Dann sol­len wei­te­re Zeu­gen ge­hört wer­den.

Christiane Wink­ler (47) ist ei­ne der Kun­din­nen. Sie sag­te als Zeu­gin aus.

Ralf R. (30) sprach ges­tern im Ge­richt nur mit sei­nem An­walt über die Vor­wür­fe. Ralf R. (r.), wie er sich selbst am liebs­ten sieht: ed­le Klei­dung, teu­re Zi­gar­ren, no­ble Lo­ka­li­tä­ten.

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