Wie be­droht sind Dres­dens Neue Meis­ter?

Ge­org Ba­se­litz holt sei­ne Wer­ke aus den Mu­se­en - wei­te­re Künst­ler könn­ten ihm fol­gen

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Der Ma­ler Ge­org Ba­se­litz ruft aus Pro­test ge­gen die ge­plan­te Ver­schär­fung des Kul­tur­schutz­ge­set­zes sei­ne Wer­ke aus den deut­schen Mu­se­en zu­rück. Ein ein­zig­ar­ti­ger Vor­gang, der im Dresd­ner Al­ber­ti­num zu ei­nem Ader­lass von zehn Ar­bei­ten führt.

Ba­se­litz ge­hört zu den pro­mi­nen­tes­ten Ma­lern welt­weit und zu den wich­tigs­ten der Ga­le­rie Neue Meis­ter, wo sei­ne Wer­ke ei­nen ei­ge­nen Raum gestal­ten. Ge­stal­tet ha­ben, muss es wohl hei­ßen. Hart­wig Fi­scher, Ge­ne­ral­di­rek­tor der Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen Dres­den (SKD), sag­te dem Künst­ler die Rück­ga­be der Wer­ke, größ­ten­teils Bil­der, zu. Schnellst­mög­lich an ei­nem Mon­tag, tra­di­tio­nel­ler Schließ­tag der SKD, soll das ge­sche­hen. Zu­vor muss noch der Zu­stand der Wer­ke von Re­stau­ra­to­ren pro­to­kol­liert wer­den.

Ei­ne al­ter­na­ti­ve Aus­stel­lungs­kon­zep­ti­on für den Ba­se­litz-Raum ist nun not­wen­dig. „Die Neu­hän­gung wird

der­zeit ge­plant“, sagt der Ge­ne­ral­di­rek­tor.

Die Ga­le­rie Neue Meis­ter ist im Be­sitz von 3 896 Ge­mäl­den. Die ak­tu­el­le Aus­stel­lung ent­hält 264 Wer­ke, da­von 61 Leih­ga­ben. „Es sind we­ni­ge Leih­ga­ben im Ver­gleich zu dem, was uns ge­hört“, so Fi­scher. „Wir ar­bei­ten nur dort mit Leih­ge­bern, wo wir et­was be­son­ders ak­zen­tu­ie­ren wol­len.“Gleich­wohl hof­fe er, so Fi­scher, dass sich kein an­de­rer Künst­ler an Ba­se­litz ein Bei­spiel neh­me.

Was im End­ef­fekt da­von ab­hän­gen wird, in wel­cher Form oder ob über­haupt zum Ge­setz wird, was der­zeit noch Ent­wurf ist. Ge­wän­ne der Ent­wurf un­ver­än­dert Ge­set­zes­kraft, könn­ten die Fol­gen für die SKD ver­hee­rend sein. Dann könn­te der so­ge­nann­te Do­mi­no­ef­fekt ein­tre­ten - ein Ei­gen­tü­mer nach dem an­de­ren sei­ne Leih­ga­ben zu­rück­for­dern. Ger­hard Rich­ter (83), der er­folg­reichs­te zeit­ge­nös­si­sche Ma­ler und für Dres­den noch wich­ti­ger als Ba­se­litz, lässt dar­an im Mor­gen­post-In­ter­view kei­nen Zwei­fel.

Das Al­ber­ti­num an der Brühl­schen Ter­ras­se, Hei­mat der Ga­le­rie Neue Meis­ter.

Der Ba­se­litz-Raum im Al­ber­ti­num. Al­le hier aus­ge­stell­ten Bil­der wer­den in den

nächs­ten Ta­gen ab­ge­hängt. Die­se Auf­nah­me ist von 2009, passt aber:

der miss­mu­ti­ge Ba

se­litz.

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