Ja­cob will ein Held sein

Dresdner Morgenpost - - KINO -

Ja­cob Ka­plan (Héc­tor No­gue­ra) lebt in Mon­te­vi­deo, der Haupt­stadt Uru­gu­ays. Mit sei­nen 70 Jah­ren hat er noch im­mer kei­ne Hel­den­tat voll­bracht. Ka­plans Le­ben plät­schert da­hin, oh­ne dass et­was Be­son­de­res pas­siert, da geht es ihm ganz ähn­lich wie den meis­ten sei­ner Freun­de aus der jü­di­schen Ge­mein­de. Ja­cob be­kommt die Ver­gäng­lich­keit au­ßer­dem da­durch zu spü­ren, dass sein Au­gen­licht zu­neh­mend schlech­ter wird. Als er aber ei­nes Ta­ges von dem Ge­rücht hört, dass sich ein deut­scher Na­zi an der Küs­te Uru­gu­ays her­um­treibt, da be­gibt sich Ka­plan zu­sam­men mit ei­nem chao­ti­schen Ex-Po­li­zis­ten (Nés­tor Guz­zi­ni) auf die Jagd. Die in­ter­na­tio­na­le Mis­si­on aber, die die bei­den in­iti­ie­ren, ist ge­fähr­li­cher als zu­nächst ge­dacht.

Der Film von Ál­va­ro Brech­ner spielt an auf die Tat­sa­che, dass sich vie­le Na­zis nach dem Krieg in Süd­ame­ri­ka ver­steck­ten. Aus­ge­stat­tet mit gu­ten Hu­mor, über­zeugt der Film be­son­ders durch die gu­ten Darstel­ler­leis­tun­gen. Wo­bei auch Rolf Be­cker, der nor­ma­ler­wei­se in der Sach­sen­kli­nik (TV-Se­rie „In al­ler Freund­schaft“) zu Hau­se ist, Ein­druck macht.

Fa­zit: Se­hens­wer­te Ko­mö­die über der dunk­les Ka­pi­tel deut­scher Ge­schich­te.

Neo­na­zi Sven (Ben­no Für­mann, Mit­te) und sei­ne Jungs schwin­gen die Base­ball­schlä­ger. Um­la­gert von Freund und Feind: Er­folgs­au­tor Se­bas­ti­an Klein (Jer­ry Hoff­mann) bei sei­ner Le­se­rei­se.

Rolf Be­cker spielt den blon­den Deut­schen, der von den Na­zi­jä­gern ge­sucht wird. Aber ist er wirk­lich ein Na­zi?

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