Froo­me mit Schalt­pro­ble­men

Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

Ein lin­kes Ding von Vin­cen­zo Ni­ba­li und ei­ne gif­ti­ge Atta­cke von Nai­ro Quin­ta­na ha­ben Ein­zel­kämp­fer Chris­to­pher Froo­me, der we­ni­ge Ki­lo­me­ter vor dem Ziel auch noch von ei­nem Zu­schau­er be­spuckt wur­de, in die Bre­douil­le ge­bracht.

Im Rad­sport-Mek­ka L’Al­pe d’Hu­ez kommt es zum Show­down der 102. Tour de Fran­ce. Am En­de der be­rühm­tes­ten 21 Rad­sport-Ser­pen­ti­nen der Welt wird heu­te in der 1850 Me­ter hoch ge­le­ge­nen Ski­sta­ti­on der Ge­samt­sie­ger qua­si fest­ste­hen, da auf der Fahrt nach Pa­ris ei­nen Tag spä­ter das Gel­be Tri­kot tra­di­tio­nell nicht mehr an­ge­grif­fen wird.

Auf den 110,5 km der 20. Etap­pe von Mo­da­ne nach L’Al­pe d’Hu­ez muss zu­vor au­ßer­dem der 2067 m ho­he Col de la Croix Fer - eben­falls ein Berg der höchs­ten Ka­te­go­rie - pas­siert wer­den. Zum Hö­he­punkt kommt es aber in Al­pe. Mehr als 500 000 Fans wer­den den Berg wie­der be­völ­kern.

Oh­ne Un­ter­stüt­zung sei­nes schwä­cheln­den Sky-Teams hat der bri­ti­sche Spit­zen­rei­ter auf der Kö­nigs­etap­pe der 102. Tour de Fran­ce erst­mals ei­nen Dämp­fer er­hal­ten. Beim Sieg des Vor­jah­res­sie­gers Ni­ba­li auf der 19. Etap­pe über 138 km nach La Tous­sui­re ver­lor Froo­me als Drit­ter ei­ne hal­be Mi­nu­te auf sei­nen schärfs­ten Kon­kur­ren­ten Nai­ro Quin­ta­na. Vor dem heu­ti­gen Show­down ist da­mit Span­nung ga­ran­tiert.

Ni­ba­li, der Schalt­pro­ble­me von Froo­me zu ei­ner eis­kal­ten Atta­cke ge­nutzt hat­te, hol­te sich mit 44 Se­kun­den Vor­sprung auf Quin­ta­na sei­nen ers­ten Etap­pen­sieg bei der in die­sem Jahr für ihn so ent­täu­schend ver­lau­fe­nen Tour. Froo­me er­reich­te 1:14 Mi­nu­ten spä­ter als Drit­ter das Ziel.

Auf die Ge­samt­wer­tung hat­te der Sieg des Si­zi­lia­ners kei­nen gro­ßen Ein­fluss, wohl aber der Auf­schwung von Quin­ta­na. Vor der letz­ten Al­pen­etap­pe heu­te liegt Froo­me nur noch 2:38 Mi­nu­ten vorm ko­lum­bia­ni­schen Klet­te­rer. Die Spa­nier Ale­jan­dro Val­ver­de und Al­ber­to Con­ta­dor ver­lo­ren da­ge­gen über ei­ne Mi­nu­te auf Froo- me und sind im Ren­nen um den Ge­samt­sieg au­ßen vor.

Auf der vor­letz­ten Berg­etap­pe ge­riet Froo­me bei sei­ner Tri­umph­fahrt in Gelb erst­mals in Schwie­rig­kei­ten. Fünf Ki­lo­me­ter vor dem Ziel at­ta­ckier­te Quin­ta­na und hol­te ei­ne hal­be Mi­nu­te her­aus. Schon früh­zei­tig hat­ten sich wich­ti­ge Froo­me-Hel­fer wie Ge­raint Tho­mas und Ri­chie Por­te aus der vor­de­ren Grup­pe ver­ab­schie­det, so­dass der Bri­te in der ent­schei­den­den Pha­se auf sich al­lein ge­stellt war. Da­zu brach­ten Schalt­pro­ble­me beim An­stieg zum Col de la Croix de Fer Froo­me aus dem Tritt. Froo­me muss­te kurz an­hal­ten, was Ni­ba­li zum An­griff nutz­te. „Das war der rich­ti­ge Au­gen­blick, ich ha­be nichts von sei­nen tech­ni­schen Pro­ble­men ge­se­hen“, sag­te Ni­ba­li. Doch die TVBil­der ent­larv­ten den Ita­lie­ner. Erst nach­dem er sich mehr­mals um­ge­schaut hat­te, war er los­ge­stürmt.

Chris­to­pher Froo­me, der Mann in Gelb, muss­te ges­tern den ers­ten Dämp­fer hin

neh­men. Zu al­lem Übel wur­de er auch noch von ei­nem Zu­schau­er an­ge­spuckt.

Vor­jah­res­sie­ger Vin­cen­zo Ni­ba­li fei­ert sei­nen ge­lun­ge­nen Streich

auf der 19. Etap­pe.

Nai­ro Quin­ta­na

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