Gr­a­ben­krieg zwi­schen Rat­haus und Te­le­kom

Dresdner Morgenpost - - MEINE MEINUNG NACHRICHTEN -

Von Dirk Hein Dres­den will DSL-Vor­zei­ge­stadt wer­den. Vor al­lem die Te­le­kom ver­sucht da­her, un­ter ho­hem Zeit­druck Lei­tun­gen aus­zu­bau­en. Doch das rum­pelt or­dent­lich. Der Haupt­grund da­für: So­bald ei­ne Stra­ße auf­ge­gra­ben wer­den soll, muss ei­ne Ge­neh­mi­gung der Stadt her.

Fil­me im In­ter­net schau­en, gleich­zei­tig mit Com­pu­ter, Han­dy und Ta­blett im Netz un­ter­wegs sein: Na­he­zu al­le In­ter­net-An­wen­dun­gen schrei­en nach ei­ner ho­hen Da­ten­ra­te. Ak­tu­ell sind in Dres­den 75 Pro­zent al­ler Haus­hal­te an ei­ne da­für aus­rei­chen­de 50 Me­ga­bit-Lei­tung an­ge­schlos­sen. Die Gr­und­ver­sor­gung mit 2 Mbit ist dres­den­weit si­cher­ge­stellt.

„In ei­ni­gen Ge­bie­ten ist die Ver­sor­gung den­noch aus­ge­spro­chen schlecht. Da­zu ge­hö­ren dicht be­wohn­te Stadt­tei­le wie Cot­ta, Proh­lis oder Löb­tau“, so OB Dirk Hil­bert (43). Doch der not­wen­di­ge Aus­bau hängt der­zeit im­mer häu­fi­ger an der Eng­stel­le Stra­ßen- und Tief­bau­amt. Dort wer­den die not­wen­di­gen Stra­ßen­auf­gra­bun­gen ko­or­di­niert.

Hil­bert wei­ter: „Für die Be­ar­bei­tung der zahl­rei­chen An­trä­ge ist der Per­so­nal­be­stand un­zu­rei­chend. Die Fol­ge: „Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men, ins­be­son­de­re die Te­le­kom, mah­nen die Be­ar- bei­tung zum Teil mas­siv an.“

Rein­hard Koett­nitz, Chef des Stra­ßen- und Tief­bau­am­tes, be­stä­tigt so­gar dro­hen­de Un­tä­tig­keits­kla­gen ge­gen sein Amt, spielt den Ball aber zu­rück: „Es gab schlag­ar­tig 500 An­trä­ge, Stra­ßen auf­gra­ben zu dür­fen. Teil­wei­se sind die An­trä­ge ex­trem man­gel­haft ge­stellt.“

Ne­ben not­wen­di­gen Nach­trä­gen müs­se die Stadt auch die Bau­stel­len re­gel­mä­ßig kon­trol­lie­ren. Koett­nitz: „Dort wird teil­wei­se aus­ge­spro­chen schlam­pig ge­ar­bei­tet. Ich muss Per­so­nal bin­den, wel­ches ich an­ders ein­set­zen könn­te - falls die Un­ter­neh­men ih­re Ver­pflich­tun­gen ein­hal­ten wür­den.“Pro Jahr gibt es in Dres­den ins­ge­samt 7000 klei­ne­re Stra­ßen-Auf­gra­bun­gen. Für je­de ein­zel­ne muss Koett­nitz’ Team ei­ne „stra­ßen­recht­li­che An­ord­nung“tref­fen - al­so et­wa zu­sätz­li­che Ver­kehrs­zei­chen auf­stel­len. Die Te­le­kom selbst woll­te sich dem Streit nicht äu­ßern.

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Hat Är­ger mit der Te­le­kom: Bau­amts­lei­ter Rein­hard Koett­nitz.

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