Bahn-Chef Gru­be droht mit Stel­len­ab­bau

Streiks und Un­wet­ter ver­mie­sen Halb­jah­res-Bi­lanz

Dresdner Morgenpost - - KOMMENTAR -

Die Bahn lahmt - zu­min­dest das Ge­schäft des Staats­un­ter­neh­mens. Im ers­ten Halb­jahr fuhr der Kon­zern ei­nen mil­lio­nen­schwe­ren Ge­winn­Ein­bruch ein: mi­nus 39 Pro­zent. Bahn­Chef Rü­di­ger Gru­be (63) plant ei­nen ra­di­ka­len Um­bau - Stel­len­kür­zun­gen nicht aus­ge­schlos­sen.

Den deut­li­chen Er­geb­nis­rück­gang führt der Kon­zern-Len­ker vor al­lem die Lok­füh­rer- Streiks und meh­re­re Un­wet­ter zu­rück. Gru­be: „Wir ha­ben be­weg­te Wo­chen hin­ter uns.“Jetzt hat er das Ziel, den bun­des­ei­ge­nen Be­trieb ef­fi­zi­en­ter, wett­be­werbs­fä­hi­ger und pro­fi­ta­bler zu ma­chen.

Das könn­te auch durch ei­nen Stel­len­ab­bau ge­sche­hen. Sei­ne kon­kre­ten Vor­stel­lun­gen will Gru­be am 16. De­zem­ber dem Auf­sichts­rat vor­le­gen: „Wir wer­den jetzt die Är­mel auf­krem­peln.“Kri­tik, er re­agie­re zu spät, wies der Kon­zern­boss zu­rück. Die Bahn ist mit rund 196 000 Be­schäf­tig­ten ei­ner der größ­ten Ar­beit­ge­ber in Deutsch­land. Im Aus­land hat sie gut 100 000 Mit­ar­bei­ter.

Im ers­ten Halb­jahr sank das Er­geb­nis nach Steu­ern von 642 Mil­lio­nen Eu­ro im Vor­jah­res­zeit­raum auf 391 Mil­lio­nen - ein Mi­nus von gut 39 Pro­zent. Das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis ver­rin­ger­te sich um fast ein Fünf­tel auf 890 Mil­lio­nen Eu­ro. Der Um­satz er­höh­te sich von Ja­nu­ar bis Ju­ni um 1,3 Pro­zent auf 20 Mil­li­ar­den Eu­ro.

Wich­ti­ge Ein­nah­men sind der Bahn laut Gru­be durch Aus­stän­de der Mit­ar­bei­ter ent­gan­gen: „Die Streiks ha­ben un­se­ren Kun­den viel Ge­duld ab­ver­langt.“Den wirt­schaft­li­chen Scha­den in den Jah­ren 2014 und 2015 be­zif­fer­te er auf ins­ge­samt rund 500 Mil­lio­nen Eu­ro.

Die Bahn fährt we­ni­ger Ge­winn ein. Sor­gen macht vor al­lem die Gü­ter­spar­te. Beim Per­so­nen­ver­kehr ging die Zahl der Rei­sen­den um 1,6 Pro­zent zu­rück.

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