Ab­wehr­mann Jan­nik will Stamm­platz zu­rück

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE - Dirk Lö­pelt

DRES­DEN - In der Vor­sai­son war er ge­setzt, jetzt sitzt er auf der Bank. Jan­nik Mül­ler hat sei­nen Stamm­platz in Dy­na­mos In­nen­ver­tei­di­gung ver­lo­ren. Vor­erst.

Au­ßer­halb des Plat­zes ist er ein ru­hi­ger Ver­tre­ter, auf dem Feld lie­fert der 21-Jäh­ri­ge un­auf­ge­regt und so­li­de sei­ne Ab­wehr­ar­beit ab - so kann­te man Jan­nik Mül­ler in der ver­gan­ge­nen Sai­son, in der er ei­ner der Auf­stei­ger war, ei­ner, der sich mit am bes­ten ent­wi­ckel­te. Zum Auf­takt der neu­en Se­rie durf­te der Ex-Köl­ner nur zu­schau­en. Im Kampf um den Platz ne­ben Ka­pi­tän Michael He­fe­le hat­te er ge­gen Neu­zu­gang Gi­u­lia­no Mo­di­ca das Nach­se­hen. „Das hat sich in der Vor­be­rei­tung ab­ge­zeich­net, war al­so kei­ne all­zu gro­ße Über­ra­schung für mich“, sagt Jan­nik. Doch woran lag‘s? „Ich ha­be beim Spiel in Baut­zen ei­nen schwa­chen Tag er­wischt“, gibt er zu. Da hing er bei den bei­den ein­zi­gen Ge­gen­to­ren, die Dy­na­mo in den Tests hin­neh­men muss­te, mit drin. „An­sons­ten war ich ganz zu­frie­den.“

Mit sei­ner Rol­le als Er­satz­mann gibt er sich al­ler­dings kei­nes­wegs zu­frie­den. „Als Leis­tungs­sport­ler will man im­mer das Ma­xi­ma­le, na­tür­lich bin ich mit der Si­tua­ti­on nicht glück­lich. Aber es wä­re dumm, jetzt den Be­lei­dig­ten zu spie­len. Ich muss mich im Trai­ning an­bie­ten, Ge­duld ha­ben. Ich wer­de die Un­zu­frie­den­heit in Wil­len und Ehr­geiz um­set­zen - das wird am En­de be­lohnt.“

Zu­mal Jan­nik be­reits die Er­fah­rung ge­macht hat, aus der zwei­ten Rei­he durch­zu­star­ten. „Im letz­ten Jahr war die Si­tua­ti­on schlim­mer“, er­in­nert er sich. Da hat­te kaum ei­ner den 1,87-m-Mann auf der Rech­nung. Doch Mül­ler nutz­te sei­neChan­ce, mach­te­sich­schnel­lun­ver­zicht­bar und kam so am En­de auf 28 Punkt­spiel­ein­sät­ze. Nicht um­sonst ver­sechs­fach­te (!) sich sein Markt­wert seit sei­nem Wech­sel zu Dy­na­mo von 50 000 auf 300 000 Eu­ro.

So wird Jan­nik auch jetzt auf sei­ne Ge­le­gen­heit war­ten. Und das sport­lich fair: „Mo­cki und Micha ha­ben ge­gen Stutt­gart ei­nen Su­per­job ge­macht - die gan­ze Mann­schaft hat ei­nen Su­per­job ge­macht. Sie ha­ben es sich ver­dient, auch in Würz­burg auf­zu­lau­fen.“

Erst mal durch­pus­ten, dann durch­star­ten: Das gilt für Jan­nik Mül­ler (u., ge­gen den Ros­to­cker Mar­cel Zie­mer) für die­se Sze­ne ge­nau­so wie für sei­ne ak­tu­el­le sport­li­che Si­tua­ti­on.

Gi­u­lia­no Mo­di­ca (r., ge­gen Mar­co Grütt­ner) lie­fer­te beim Auf­takt ei­ne ta­del­lo­se Leis­tung ab.

Stamm­platz ver­lo­ren: Jan­nik Mül­ler muss­te wie hier beim Test in Te­pli­ce auch zum Auf­takt zu­schau­en.

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