So teu­er ist die Be­wa­chung der Zelt­stadt

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE - dbr

Erst­mals las­sen sich die un­ge­fäh­ren Kos­ten für die Zelt­un­ter­kunft der Flücht­lin­ge an der Bre­mer Stra­ße be­zif­fern. Die ers­te Ab­schlags­rech­nung liegt bei bis­lang 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

Dies teil­te Sach­sens In­nen­mi- nis­ter Mar­kus Ul­big (50, CDU) auf An­fra­ge der AfD-Frak­ti­on im Land­tag mit. „Über die end­gül­ti­gen Kos­ten kön­nen noch kei­ne Aus­sa­gen ge­trof­fen wer­den“, blieb Ul­big un­ge­nau.

Im­mer­hin ein Fakt: Die mo­nat­li­chen Be­wa­chungs­kos­ten be- lau­fen sich auf rund 80 000 Eu­ro. Der Schutz ist un­ter an­de­rem not­wen­dig, weil Neo­na­zis das Camp be­reits be­la­ger­ten, Flücht­lin­ge be­droh­ten und Hel­fer des Deut­schen Ro­ten Kreu­zes (DRK) be­schimpf­ten. Aber auch un­ter den Flücht­lin­gen, ver­schie­dens­ter Her­kunft und Kul­tur kam es schon zu Ag­gres­sio­nen. Wach­per­so­nal ist rund um die Uhr vor Ort, die Po­li­zei si­chert die Ein­fahrt ab.

Das Camp für Flücht­lin­ge wur­de über­ra­schend ab dem 26. Ju­li auf­ge­baut. Mit­ar­bei­ter des Tech­ni­schen Hilfs­werks (THW) rück­ten mit Rad­la­dern und Lkw an, bau­ten die Zel­te auf. Seit­dem ver­sorgt das DRK bis zu 1 000 Flücht­lin­ge. Laut Ul­big sol­len die an­fäl­li­gen Zel­te bis En­de Ok­to­ber durch wet­ter­fes­te Con­tai­ner er­setzt wer­den.

Un­be­zahl­bar ist üb­ri­gens die eh­ren­amt­li­che Hil­fe vie­ler Dresd­ner in der Zelt­stadt. Dol­met­scher, Ärz­te und vie­le wei­te­re un­ter­stüt­zen die Flücht­lin­ge im All­tag.

Ne­ben der pro­vi­so­ri­schen Not­un­ter­kunft hän­gen Kin­der­zeich­nun­gen.

Seit dem 27. Ju­li 2015 steht an der Bre­mer Stra­ße das ers­te Zelt­la­ger für Flücht­lin­ge in Dres­den.

Die NPD emp­fing die ers­ten Zelt­stadt-Be­woh­ner mit Ran­da­le. Weil es aber auch in­ner­halb des Camps zu Ran­da­len kam, muss die Zelt­stadt be­wacht wer­den.

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