End­lich wird rich­tig ge­zählt

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Mal

wie­der zeigt PE­GI­DA, dass de­ren Wor­te und An­sa­gen we­nig Be­stand ha­ben. Wird seit knapp ei­nem Jahr ge­pre­digt, dass man nicht in die Po­li­tik wol­le, son­dern nur auf Miss­stän­de auf­merk­sam ma­chen will, wird nun doch al­les ganz an­ders. Nach­dem

deutsch­land­weit dann doch kei­ne Mas­sen für Bach­mann auf die Stra­ße gin­gen, plant er nun das neue gro­ße Ziel sei­ner Be­we­gung: die Grün­dung ei­ner Par­tei. Es

scheint, als wä­re die Fah­ne schnell in den auf­kom­men­den, küh­len Wind der ak­tu­el­len Flücht­lings­kri­se ge­han­gen. PE­GI­DA

will ne­ben die von ih­nen ge­hass­ten „Volks­ver­rä­ter“in die Par­la­men­te und am liebs­ten in der „Lü­gen­pres­se“täg­lich da­von le­sen. Wi­der­sprüch­li­cher

geht es kaum, aber den wie­der leicht zu­neh­men­den Mas­sen ge­fällt das trotz­dem. Die be­ju­beln al­ler­dings auch al­les, was vom Red­ner­pult schallt. Haupt­sa­che ab und zu ist vom „Asyl­be­trug“, der „Lü­gen­pres­se“oder eben die­sen „Volks­ver­rä­tern“die Re­de. Aber

auch bei al­ler Lan­ge­wei­le, die die­se Be­we­gung in mir zu­letzt her­vor­ge­ru­fen hat­te, kann ich dem ak­tu­el­len Vor­ha­ben kaum was Schlech­tes ab­ge­win­nen. In

ei­nem Land mit ei­ner eta­blier­ten po­li­ti­schen Lin­ken darf auch Platz für ein po­li­tisch rech­tes La­ger sein. Müss­ten sich AfD und NPD eben noch mit PE­GI­DA um Stim­men der „be­sorg­ten Bür­ger“strei­ten. Ei­ne De­mo­kra­tie kann da­mit le­ben. Der

Haupt­vor­teil aber ist: Wie schon bei der OB-Wahl in Dres­den lässt sich dann auch bei kom­men­den Wah­len deut­lich aus­zäh­len, wie viel „Volk“PE­GI­DA wirk­lich ist. Zu­min­dest deutsch­land­weit dro­hen Bach­mann da wohl er­nüch­tern­de Wahr­hei­ten.

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