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Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

BERLIN - Nun al­so doch! Der Chef von Eu­ro­pas größ­tem Au­to­her­stel­ler, Mar­tin Win­ter­korn (68), zieht die Kon­se­quen­zen aus dem Ab­gas-Skan­dal in den USA und gibt sei­nen Pos­ten auf. Mor­gen will der Auf­sichts­rat über mög­li­che Nach­fol­ger be­ra­ten.

„Als Vor­stands­vor­sit­zen­der über­neh­me ich die Ver­ant­wor­tung für die be­kannt ge­wor­de­nen Un­re­gel­mä­ßig­kei­ten bei Die­sel­mo­to­ren und ha­be da­her den Auf­sichts­rat ge­be­ten, mit mir ei­ne Ver­ein­ba­rung zur Be­en­di­gung mei­ner Funk­ti­on als Vor­stands­vor­sit­zen­der des Volks­wa­gen-Kon­zerns zu tref­fen“, ließ Win­ter­korn er­klä­ren. „Ich tue dies im In­ter­es­se des Un­ter­neh­mens, ob­wohl ich mir kei­nes Fehl­ver­hal­tens be­wusst bin.“Win­ter­korn zeig­te sich zu­dem „be­stürzt über das, was in den ver­gan­ge­nen Ta­gen ge­sche­hen ist“und „fas­sungs­los“über die Trag­wei­te der Ver­feh­lun­gen. „Volks­wa­gen braucht ei­nen Neu­an­fang - auch per­so­nell“.

Nach der Sit­zung des Prä­si­di­ums sag­te der kom­mis­sa­ri­sche Vor­sit­zen­de des Kon­troll­gre­mi­ums, Bert­hold Hu­ber (65), dass man die Vor­gän­ge „mit größ­ter Be­trof- fen­heit zur Kennt­nis ge­nom­men“ha­be. Man sei sich nicht nur des ein­ge­tre­ten wirt­schaft­li­chen Scha­dens be­wusst, son­dern auch des Ver­trau­ens­ver­lus­tes der Kun­den welt­weit.

Das Prä­si­di­ums sei sich ei­nig, dass die Vor­gän­ge mit al­ler Ent­schie­den­heit auf­ge­klärt wer­den und Ver­feh­lun­gen ge­ahn­det wer­den müs­sen. Zu­gleich be­ton­te auch Hu­ber, dass Win­ter­korn „kei­ne Kennt­nis­se von der Ma­ni­pu­la­ti­on von Ab­gas­wer­ten“ge­habt ha­be.

Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (45, CSU) wies der­weil den Vor­wurf der Grü­nen zu­rück, er ha­be vom kon­kre­ten Ein­satz ei­ner Ab­gas-Ma­ni­pu­la­ti­ons-Soft­ware bei Au­to­her­stel­lern ge­wusst. „Die Vor­wür­fe sind falsch und un­an­stän­dig“, sag­te Do­brindt nach ei­ner Sit­zung des Bun­des­tags-Ver­kehrs­aus­schus­ses.

- In­mit­ten des Skan­dals um ma­ni­pu­lier­te Ab­gas­wer­te bei Volks­wa­gen droht dem Au­to­kon­zern in Bra­si­li­en wei­te­res Un­ge­mach: Ge­gen das Un­ter­neh­men wur­de dort ei­ne Zi­vil­kla­ge we­gen sei­nes Ver­hal­tens wäh­rend der Mi­li­tär­dik­ta­tur in den Jah­ren von 1964 bis

Mach­te den Weg für ei­nen Neu­an­fang bei Eu­ro­pas größ­tem Au­to­bau­er frei: VW-Chef Mar­tin Win­ter­korn (68). Ver­kün­de­ten den Win­ter­korn-Rück­tritt: Wolf­gang Por­sche (72), Bert­hold Hu­ber (65) und Nie­der­sach­sens Mi­nis­ter

prä­si­dent Ste­phan Weil (56, SPD, v.l.). Mo­to­ren­pro­duk­ti­on im VW-Werk in São Pau­lo: Der Kon­zern wird we­gen sei­nes Ver­hal

tens wäh­rend

der Mi­li­tär­dik­ta­tur ver­klagt.

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