Lan­det DDR-Kunst auf dem Schutt?

Die Kri­sen-Sta­ti­on von Volks­wa­gen

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

gen, aber auch mit Be­schäf­ti­gungs­ga­ran­tie bis 2018. Doch: „Ab Di­ens­tag ha­ben in der Ma­nu­fak­tur im­mer mehr Leu­te nichts zu tun. Kei­ner weiß, was aus uns wird.“Als Al­ter­na­ti­ven wur­den ih­nen Wech­sel zur Schnel­le­ckeToch­ter KWD Au­to­mo­ti­ve nach Ra­de­berg an­ge­bo­ten. Und ein Job bei Schnel­le­cke in Glauchau.

Die Ma­nu­fak­tur war zu kei­nem Zeit­punkt wirk­lich aus­ge­las­tet. Da­her, und weil bei der VWToch­ter Bent­ley schon mal Qua­li­täts­pro­ble­me auf­tra­ten, wird die Lu­xus­mar­ke in Dres­den ge­fer­tigt be­zie­hungs­wei­se er­hielt hier über Jah­re den letz­ten Schliff. Da­zu zähl­te auch die Ab­dich­tung. Denn das glä­ser­ne Werk ver­fügt über ei­ne Wet­ter-Si­mu­la­ti­ons-An­la­ge.

2006 soll Bent­ley für die Ma­nu­fak­tur ein Kauf­an­ge­bot vor­ge­legt ha­ben - zu ei­ner Zeit, als der Phae­ton be­reits schon ein­mal nur rund 3 500 Ex­em­pla­re pro Jahr ver­kauf­te. Der De­al kam nicht zu­stan­de. Zu­letzt lief in Dres­den der Fly­ing Spur vom Band. Al­ler­dings nicht üp­pig: Zwei Fahr­zeu­ge am Tag wa­ren es im De­zem­ber. TH In der Ling­ner­stadt hat der Ab­riss des eins­ti­gen Ro­bo­tron-Ge­bäu­des be­gon­nen. Da­mit wird ei­ne ers­te Teil­flä­che für den Bau von 3 000 Woh­nun­gen frei. In letz­ter Mi­nu­te for­dert jetzt ei­ne Ar­chi­tek­ten­grup­pe den Er­halt wert­vol­ler Bl­ei­glas­fens­ter.

Über­sie­benE­ta­gen­zie­hen­sichin­der eins­ti­gen Mi­kro­elek­tro­nik-Schmie­de die Blei­kris­tall­fens­ter. Als „Kunst am Bau“wur­den die Schmuck­glä­ser von Günter Ge­ra und Ger­hard Papstein ge­schaf­fen, die auch das um­lau­fen­de Fries am Rund­ki­no ent­wor­fen ha­ben.

„Wir ap­pel­lie­ren, die­se Wer­ke nicht schred­dern zu las­sen, son­dern sorg­fäl­tig zu de­mon­tie­ren und in wür­di­ger Form wie­der sicht­bar zu ma­chen“, so Stadt­pla­ner Mat­thi­as Han­dorf (39) vom Netz­werk „Ost­mo­dern“.

Aus Sicht des Denk­mal­schutz­am­tes be­steht kein Hand­lungs­be­darf. „Das Ber­gen der über sämt­li­che Ge­schos­se rei­chen­den Bl­ei­glas­fens­ter wur­de ge­prüft und kann aus tech­ni­schen Grün­den nicht er­fol­gen“, so Dia­na Pet­ters vom Pres­se­amt. Die Abbruchfirma will das Blei­kris­tall den­noch aus­bau­en und an­schlie­ßend ver­kau­fen. DiHe

Schluss, Aus, Fei­erabend! Ar­bei­ter an ei­ner Phae­tonKa­ros­se. Die­ses Bild ist in we­ni­gen Ta­gen Ge­schich­te. Der frü­he­re „Au­to­kanz­ler“Ger­hard Schrö­der (71, SPD) vor ei­nem der ers­ten of­fi­zi­el­len Phae­ton-Mo­del­le im Jahr 2001. Schon 2005: ein Bent­ley in der Glä­ser­nen Ma­nu­fak­tur. Hier bei der Qua­li­täts­ab­nah­me.

Die­ses wun­der­vol­le Bl­ei­glas­fens­ter soll nicht zer­stört wer­den.

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