Mu­ti­ge Hä­sin und zwie­lich­ti­ger Fuchs auf po­li­zei­li­cher Pirsch

Dresdner Morgenpost - - KINO -

Der Fuchs? Ist hin­ter­häl­tig. Der Ha­se? Ver­schreckt. Das Schaf? Na­tür­lich un­schul­dig. Auch wenn da­rin ein Körn­chen Wahr­heit steckt, sind Kli­schees auch ge­fähr­lich. „Zoo­ma­nia“er­mu­tigt des­halb, die­se Vor­ur­tei­le zu hin­ter­fra­gen - auf sehr lus­ti­ge Art und Wei­se.

Tie­re ha­ben in Dis­ney-Fil­men ei­ne lan­ge Tra­di­ti­on. Mi­cky Maus, Bam­bi oder der Kö­nig der Lö­wen sind fes­te Be­stand­tei­le des US-ame­ri­ka­ni­schen Zei­chen­trick-Uni­ver­sums. Nun wird die­se Welt be­rei­chert mit den Cha­rak­te­ren des Ki­no­films „Zoo­ma­nia“. Tie­re aus al­ler Welt ha­ben die­se Stadt er­schaf­fen. Wüs­te, Ant­ark­tis, Step­pe und Re­gen­wald exis­tie­ren di­rekt ne­ben­ein­an­der. In die­ser Rie­senMe­tro­po­le geht die Hä­sin Ju­dy Hopps als jun­ge Po­li­zis­tin zum ers­ten Mal auf Ver­bre­cher­jagd. Un­ter dem Spott ih­rer männ­li­chen Kol­le­gen er­mit­telt die fre­che, mu­ti­ge Ha­sen­da­me in ei­nem Ent­füh­rungs­fall, wi­der­stre­bend un­ter­stützt von dem zwie­lich­ti­gen Fuchs Nick Wil­de.

By­ron Ho­ward und Rich Moo­re ha­ben ein span­nen­des, fan­ta­sie- vol­les Ki­no­ver­gnü­gen auch in 3-D ge­schaf­fen. Da­bei ver­mit­telt der Film - ty­pisch für Dis­ney - ein paar wich­ti­ge Bot­schaf­ten: Klei­ne und Schwa­che kön­nen sich auch ge­gen die stärks­ten Geg­ner durch­set­zen - mit Hart­nä­ckig­keit und Ver­stand. Und Vor­ur­tei­le und Dis­kri­mi­nie­rung ma­chen al­len das Le­ben schwer. Dass es bes­ser ist, al­len We­sen un­vor­ein­ge­nom­men zu be­geg- nen, macht der Film un­miss­ver­ständ­lich klar. In ei­ner Zeit, in der in den USA eben­so wie in Eu­ro­pa Ras­sis­mus und Miss­trau­en ge­gen­über dem Frem­den neu auf­fla­ckern, tut die Bot­schaft des Films gut, gera­de weil sie oh­ne gro­ße Um­schwei­fe auf den Punkt kommt.

18 Mo­na­te re­cher­chier­ten die Fil­me­ma­cher, stu­dier­ten das Ver­hal­ten der Tie­re, reis­ten nach Afri­ka, tra­fen An­thro­po­lo­gen und So­zio­lo­gen.

In „Zoo­ma­nia“le­ben Tie­re aus al­ler Welt ver­eint und ha­ben sich ih­re ei­ge­nen Di­strik­te ge­schaf­fen. In der Ant­ark­tis set­zen die Fuß­gän­ger mit Eisschollen über den Fluss, wäh­rend sie sich im Re­gen­wald an Lia­nen schwin­gen kön­nen. Die Be­am­ten in der Kfz-Be­hör­de sind wasch­ech­te Faul­tie­re und las­sen sich gaaaaa­anz viel Zeit. Und die wun­der­schö­ne, gra­zi­le Sän­ge­rin Ga­zel­le ali­as Sha­ki­ra bringt die Men­ge mit ih­rer um­wer­fen­den Stim­me zum To­ben.

Fa­zit: Der Film ist ein Spie­gel­bild der Men­schen­welt, das de­ren Schwä­chen gna­den­los of­fen­bart und gera­de des­halb gro­ßes Ver­gnü­gen be­rei­tet.

Cor­du­la Dieck­mann

Hä­sin Ju­dy Hopps ver­zwei­felt auf dem Amt an ei­nem Faul­tier, Fuchs Nick steht grin­send da­bei.

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