End­lich han­deln!

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Tors­ten Hil­scher

Bau­en be­deu­tet Ver­ant­wor­tung! Gin­ge es nach mir, stün­de an je­dem Haus der Na­me des Ar­chi­tek­ten, wie es vor we­ni­gen Jah­ren ein gro­ßer Ar­chi­tek­tur­kri­ti­ker for­der­te. Auch der Bau­herr ge­hört drauf.

Denn es geht um mehr als ei­ne Na­mens­nen­nung: Was ge­baut wird, prägt täg­lich un­ser un­mit­tel­ba­res Er­le­ben, be­wusst und un­be­wusst. Da­mit füh­len wir uns wohl oder un­wohl. Selbst wenn wir uns gar nicht mit der Ar­chi­tek­tur be­fas­sen. Gera­de in un­se­rer Stadt ist Sen­si­bi­li­tät bei Bau­ten ge­fragt.

Da­her tra­gen vor al­lem die Bau­her­ren Ver­ant­wor­tung: Sie prä­gen das Ge­sicht der Stadt über Jahr­zehn­te mit - durch Form, Far­be, Ober­flä­che, Bau­mas­se. Und über die Nut­zung des Ge­bäu­des. Wenn nun ein In­ves­tor wie Tho­mas Dil­ler beim ehe­ma­li­gen „Ho­tel Dem­nitz“nach ei­ner De­ka­de im­mer noch nicht zu Pot­te kommt, ist das un­ver­ant­wort­lich. Sein Satz, er ha­be beim Kauf nicht um die Be­deu­tung für die Öf­fent­lich­keit ge­wusst, kann nur als na­iv, ignorant oder frech ein­ge­stuft wer­den. Si­cher: An Hoch­was­ser trägt nie­mand Schuld. Aber an­de­re ha­ben es an we­ni­ger pro­mi­nen­ten Stel­len ent­lang der El­be auch ge­schafft. Mir sag­te Dil­ler im Ge­spräch, er ha­be si­cher­lich Feh­ler ge­macht. Das will gar nie­mand hö­ren. Han­deln ist ge­fragt. Dann gibt’s auch ei­ne schö­ne Na­mens­pla­ket­te ans Haus. Für Ver­dienst um die Stadt.

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