Wöl­fe auf dem Ne­u­markt

Was die bis­si­ge Ak­ti­on ei­nes Mil­lio­närs be­deu­ten soll...

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE - Von Her­mann Ty­decks

Wer

hat Angst vorm bö­sen Wolf? An­ders als von vie­len auf den ers­ten Blick ver­mu­tet, hat die au­ßer­ge­wöhn­li­che Kunst­ak­ti­on am Ne­u­markt mit dem Ti­tel „Die Wöl­fe sind zu­rück“nichts mit der Wie­der­an­sied­lung der einst hei­mi­schen Wöl­fe in Sach­sen zu tun. Auch

rich­tet sich der Künst­ler nicht ge­gen die Raub­tie­re, in­dem er die 63 We­sen be­son­ders er­schre­ckend ge­schaf­fen hat. In Wahr­heit liebt er die Wöl­fe in Na­tu­ra so­gar, im­mer­hin lebt Rai­ner Opol­ka auch in Bran­den­burg. Nein,

der Ru­del­füh­rer lehnt sich viel­mehr an den eng­li­schen Staats­den­ker Tho­mas Hob­bes (1588-1679) an: „Ho­mo ho­mi­ni lu­pus“- Der Mensch ist dem Men­schen ein Wolf. Mit dem Aus­spruch be­schrieb der Phi­lo­soph, wie Staa­ten und Bür­ger zu­ein­an­der ste­hen, wenn et­wa Ge­set­ze, Wer­te und Nor­men weg­bre­chen. In

Deutsch­land, Sach­sen und in Dres­den wer­den Aus­län­der be­schimpft und ge­schla­gen, Asyl­hei­me an­ge­zün­det, Po­li­ti­kern und Jour­na­lis­ten der Tod ge­wünscht. Ge­gen Hass und Ge­walt, ge­gen die­se ge­sell­schaft­li­che Ver­ro­hung rich­tet sich die Kunst­ak­ti­on. Was

kön­nen wir ge­mein­sam tun, um in un­se­rem rei­chen Land Be­din­gun­gen zu schaf­fen, un­ter de­nen nie­mand mehr has­sen muss?“Die­se Fra­ge stellt der Künst­ler. Und er wird ei­ne Wo­che am Ne­u­markt sein, um dar­über mit al­len In­ter­es­sier­ten zu dis­ku­tie­ren.

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