Kei­ne Pa­nik

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Eric Hof­mann

Ha­va­ri­en

von Frach­tern auf der El­be sind schon fast Rou­ti­ne. Schließ­lich ist es nicht das ers­te Mal, dass ein Schiff plötz­lich nicht mehr wei­ter­kommt. Doch dies­mal ist die Si­tua­ti­on schon au­ßer­ge­wöhn­lich: Enor­me Kräf­te drü­cken das Schiff an die Brü­cke, es ein­fach weg­zu­zie­hen hat schon zwei­mal nicht funk­tio­niert. Aber auch die La­dung ist tü­ckisch: Wenn es im Elb­tal kühl wird, wird es eben auch schnell feucht und schon ver­stop­fen Klum­pen die leis­tungs­star­ken Saug­bag­ger. Da­zu

kommt, dass für die Bin­nen­hä­fen und Ree­de­rei­en je­de ge­sperr­te St­un­de ba­res Geld ist. Kaum ab­zu­se­hen, wel­che Kon­se­quen­zen die ste­cken ge­blie­be­nen Gü­ter­schif­fe für Un­ter­neh­men ha­ben, die jetzt auf ih­re Lie­fe­run­gen war­ten. Doch so dra­ma­tisch die Si­tua­ti­on auch ist: Pa­nik wä­re jetzt wohl der größ­te Feh­ler, den die Hel­fer ma­chen könn­ten. Wer jetzt über­has­tet re­agiert, ris­kiert Feh­ler, die die wich­ti­ge Was­ser­stra­ße noch viel län­ger blo­ckie­ren könn­ten. So

ist es ge­nau rich­tig, dass sich das Was­ser- und Schiff­fahrts­amt nicht zu über­eil­ten Ak­tio­nen hin­rei­ßen lässt, son­dern ein ums an­de­re Mal Ex­per­ten zu­sam­men­trom­melt, die die Aus­wir­kun­gen je­des ein­zel­nen Schritts auf das Pan­nen­schiff be­rech­nen. Das mag für man­chen, der wie auf Koh­len sitzt, un­er­träg­lich sein - kommt im Zwei­fel aber ge­nau de­nen zu­gu­te, die die El­be am schnells­ten wie­der frei ha­ben wol­len.

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