Stadt­rat ak­tu­ell Sonn­tags-Shop­ping, Nar­ren­häu­sel und ei­ne „Voll­mei­se“

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Do­mi­nik Brüg­ge­mann

Wie­der hat das Denk­mal­amt Sor­ge um ein ge­schütz­tes Ge­län­der. Die­ses Mal steht das Pro­blem­ge­län­der im Rat­haus. Dort ver­kün­de­te Fi­nanz­bür­ger­meis­ter Hart­mut Vor­jo­hann (52, CDU) ges­tern zu­nächst die ab­ge­schlos­se­ne Sa­nie­rung des Ost­flü­gels für sat­te 38,2 Mil­lio­nen Euro.

Ge­plant wa­ren für den ers­ten Ab­schnitt 25 Mil­lio­nen, doch durch­hän­gen­de De­cken und Sta­tik­pro­ble­me lie­ßen die Kos­ten er­heb­lich klet­tern. Die sind in­zwi­schen al­le sa­niert, nur das Trep­pen­ge­län­der vor dem Plenar­saal macht Är­ger: „Die Leu­te von der Bau­auf­sicht und dem Denk­mal­amt ha­ben sich hier ge­gen­sei­tig an­ge­schrien“, sagt Vor­jo­hann. Das Pro­blem: Bau­recht­lich ste­hen die Ge­län­der­stre­ben zu weit aus­ein­an­der, ist Rot-rot-grü­ne Un­ei­nig­keit beim Nar­ren­häu­sel: Der SPD-An­trag für den Wie­der­auf­bau-Plan be­kam zwar ei­ne mehr­heit­li­che Un­ter­stüt­zung von CDU, AfD und FDP/FB, nicht je­doch von den Ko­ope­ra­ti­ons­part­nern Lin­ke und Grü­ne.

Letz­te­re schlu­gen al­ter­na­tiv ei­nen Wett­be­werb für das ge­sam­te Are­al vor, bei dem das Nar­ren­häu­sel ein Be­stand­teil sein könn­te. Die FDP dank­te dem po­ten­zi­el­len In­ves­tor Max das Ge­län­der ins­ge­samt zu nied­rig. Gleich­zei­tig steht es un­ter Denk­mal­schutz, die zu­stän­di­ge Be­hör­de will kei­ne Än­de­run­gen zu­las­sen. Die Lö­sung: Ein be­fes­tig­tes schwar­zes Ma­schen­netz sorgt für Si­cher­heit, bis sich die Mit­ar­bei­ter der bei­den Äm­ter zu ei­ner Lö­sung durch­rin­gen. Das kann dau­ern, ge­steht der Fi­nanz-OB ein: „Da sind zwei Sys­te­me auf­ein­an­der­ge­prallt.“

Im­mer­hin: Jetzt glänzt die Gol­de­ne Pfor­te, strah­len Fest- und Plenar­saal, und Hun­der­te Rat­hausmit­ar­bei­ter ha­ben fri­sche Räu­me in den his­to­ri­schen Ge­mäu­ern. Das al­les soll den Dresd­nern bei ei­nem Tag der of­fe­nen Tür am 2. April ge­zeigt wer­den. „Ich la­de al­le Dresd­ner so­wie die Gäs­te­derS­tadt­herz­lich­zu­mEr­öff­nungs­fest ein“, so Dres­dens Ober­bür­ger­meis­ter Dirk Hil­bert (44, FDP). Das kom­plet­te Pro­gramm: www.dres­den.de/gol­dene­pfor­te Wies­ner, der das Haus auf­bau­en und nach 60 Jah­ren der Stadt schen­ken möch­te. Die Lin­ken wink­ten ab.

Die Ent­schei­dung über die ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­ge (VOS) in Dres­den ist ge­platzt. Die Stadt­ver­wal­tung nahm die Be­schluss­vor­la­ge in der Stadt­rats­sit­zung über­ra­schend von der Ta­gungs­ord­nung. Bür­ger­meis­ter Det­lef Sit­tel (CDU), der OB Dirk Hil­bert (44, FDP) ver­trat: „Aus Sicht des Ober­bür­ger­meis­ters gibt es noch Ver­hand­lungs­be­darf. Er möch­te noch­mals per­sön­lich mit den Frak­tio­nen spre­chen.“Ro­tRot-Grün woll­te ge­mein­sam für nur ei­nen ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­tag (2. Ad­vent) ab­stim­men. Die Ver­wal­tung schlug drei Ta­ge vor.

Rand­no­tiz: Fi­nanz­bür­ger­meis­ter Hart­mut Vor­jo­hann (52, CDU) be­zeich­ne­te An­dré Scholl­bach (37, Lin­ke) als „Voll­mei­se“. Der hat­te ihm un­ter­stellt, Turn­hal­len be­wusst nicht frei­zu­ge­ben, um Asyl­be­wer­ber kos­ten­güns­tig un­ter­brin­gen zu kön­nen.

Fi­nanz­bür­ger­meis­ter Hart­mut Vor­jo­hann (52, CDU) hat viel in­ves­tiert. Doch das his­to­ri­sche Ge­län­der ent­spricht nicht den gül­ti­gen Si­cher­heits­an­for­de­run­gen, wird von ei­ner Art Ma­schen­draht­zaun ge­schützt.

Hän­de hoch! Auch ges­tern wur­den im Stadt­rat Ent­schei­dun­gen ge­fällt. Nur der um­strit­te­ne Punkt zur Sonn­tags­öff­nung wur­de ver­tagt.

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