Büh­nen-Ma­ra­thon mit mehr als 150 Vor­stel­lun­gen

Dresdner Morgenpost - - KULTUR -

Man darf sich Kur­fürst Au­gust (15261586) als „fi­sche­lan­ten“Sach­sen vor­stel­len: ein neu­gie­ri­ger, welt­of­fe­ner, in­no­va­ti­ver Geist mit Kunst­sinn, hand­werk­li­chen Am­bi­tio­nen und Sam­mel­lei­den­schaft, der vor mehr als 450 Jah­ren die Kunst­kam­mer grün­de­te. Die neue

Dau­er­aus­stel­lung „Welt- DRES­DEN - Die „lan­ge Nacht“ist ei­gent­lich ein lan­ger Abend, an die­sem aber gibt es Thea­ter satt in Dres­den. Die „Lan­ge Nacht der Dresd­ner Thea­ter“, so der of­fi­zi­el­le Ti­tel, fin­det statt am 23. April.

Zum­fünf­tenMal­nimmt­sich­der Ver­an­stal­tungs­rei­gen sein Pu­bli­kum - das in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf bis zu 10 000 Be­su­chern ge­wach­sen ist. 22 Thea- sicht und Wis­sen um 1600“im Ge­or­gen­bau des Dresd­ner Schlos­ses führt in die üp­pi­gen Geis­tes­und Le­bens­wel­ten des Mon­ar­chen und sei­ner Ah­nen und zu­gleich zu den Ur­sprün­gen der Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen Dres­den (SKD).

Zum „Stau­nen vor den Wun­dern der Welt“lud Ge­ne­ral­di­rek­tor Hart­wig Fi­scher die Pres­se­ges­tern­in­die eins- ter be­tei­li­gen sich dies­mal, das ist bei­nah die ge­sam­te Dresd­ner Band­brei­te und wei­ter bis zu den Lan­des­büh­nen Sach­sen, Ra­de­beul. Mehr als150 Vor­stel­lun­gen wer­den ge­spielt auf mehr als 30 Büh­nen. Start­schuss ist um 17 Uhr, Aus­klang ge­gen 24 Uhr. Al­le Pro­gram­me dau­ern et­wa ei­ne hal­be St­un­de, Be­ginn ist je­weils zur vol­len St­un­de.

Wer mit­ma­chen möch­te, braucht ein „Lan­ge-Nacht- ti­gen kur­fürst­li­chen Pri­vat­ge­mä­cher ein. Mehr als 1000 Ob­jek­te in sie­ben the­ma­tisch ge­stal­te­ten Räu­men re­prä­sen­tie­ren „die Es­senz der eins­ti­gen Kunst­kam­mer“, so Schloss­di­rek­tor Dirk Syn­dram. „Rund 50 Pro­zent der Ex­po­na­te wa­ren bis­her noch nicht aus­ge­stellt.“

An­fang und En­de der Zei­t­rei­se Bänd­chen“, das im Vor­ver­kauf für 8 Euro zu kau­fen ist und Kar­ten für zwei Vor­stel­lun­gen ent­hält. Am Ver­an­stal­tungs­tag ist an je­dem Thea­ter für 5 Euro ein Bänd­chen samt Kar­te für ei­ne Vor­stel­lung zu kau­fen. Al­le Bänd­chen gel­ten als Fahr­schein für Bus­se und Bah­nen von DVB und VVO.

Wei­te­re In­fos im In­ter­net un­ter: www.lan­ge-nacht-der­dresd­ner-thea­ter.de durch das 16. Jahr­hun­dert sind dem Grün­der der Kunst­kam­mer selbst ge­wid­met: zahl­rei­che von Kur­fürst Au­gust ge­sam­mel­te und teils auch ver­wen­de­te Werk­zeu­ge, et­wa Spa­ten und Ha­cken für gärt­ne­ri­sche Ver­su­che im Os­tra­ge­he­ge, die äl­tes­te er­hal­te­ne Laub­sä­ge der Welt, kunst­voll ge­fer­tig­te Gold­schmie­de- und Tisch­ler­werk­zeu­ge so­wie ei­ge­ne Ar­bei­ten.

Spek­ta­ku­lär sind die auf­wen­dig ver­zier­ten Kunst­kam­mer­schrän­ke im Raum „Die Ord­nung der Din­ge“. So fin­det sich im Ka­bi­nett­tisch der Kur­fürs­tin Mag­da­le­na Si­byl­la (1586-1659) ne­ben zahl­rei­chen Spie­len und Haus­ge­rät­schaf­ten die äl­tes­te er­hal­te­ne Sei­fe von 1628. Ei­ne Au­gen­wei­de ist der un­end­lich reich be­stück­te Werk­zeug­tisch Jo­hann Ge­org I. (1585-1656).

Für ei­nen prunk­vol­len in­di­schen Perl­mut­ter­tisch im Raum „Spiel­wel­ten“wur­den 1602 auf der Leip­zi­ger Mes­se knapp 10 000 Gul­den be­zahlt. „Da­für hät­te man 24 gro­ße Ru­bens­bil­der be­kom­men“, so Dirk Syn­dram.

Ein Ex­tra-Raum ist den Kom­bi­na­ti­ons­waf­fen aus der Rüst­kam­mer ge­wid­met: tech­ni­sche Wun­der­wer­ke mit ver­blüf­fen­den Ef­fek­ten, so Äx­te und Hel­le­bar­den, mit de­nen ge­schos­sen wer­den konn­te, oder De­gen, die beim Stoß aus­ein­an­der­klap­pen, drei­läu­fi­ge Re­vol­ver oder ein Kin­der­ge­wehr.

Für das In­ter­es­se am Frem­den spre­chen die frü­hes­te Darstel­lung ei­ner Sa­fa­ri in Afri­ka auf ei­nem Stoß­zahn (1490-1520) oder ein In­nuit­mes­ser, das 1605 als Ge­schenk des Dä­nen­kö­nigs Chris­ti­anIV.(1577-1648) in­die Samm­lung kam. Wer im Schloss bis­her noch nicht das Stau­nen ge­lernt hat - in die­ser Aus­stel­lung ist reich­lich Ge­le­gen­heit.

Ge­öff­net: ab mor­gen, Mi.-Mo., 10-18 Uhr. J.S.

Der Werk­zeug­tisch von Kur­fürst Ge­org I. mit un­zäh­li­gen, auch in der Wand­vi­tri­ne ge­zeig­ten Ein­zel­tei­len. Die­se prunk­vol­len Spiel­zeug- Waf­fen kön­nen mehr, als man ih­nen auf den ers­ten Blick zu­traut. Blick in den Raum „Die Ver­net­zung der Welt“mit über­wie­gend exo­ti­schen Ex­po­na­ten.

Tom Quaas in „Karl Va­len­tins Tin­gel­tan­gel“, zu se­hen auf dem Thea­ter­kahn.

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