Al­ter­na­ti­ve für Ge­län­der

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Do­mi­nik Brüg­ge­mann

Zu­ge­ge­ben,

ich bin kein Si­cher­heits­fa­na­ti­ker. Ich fah­re Rad oh­ne Helm, es­se Schwei­ne­fleisch und trin­ke Al­ko­hol. Doch bei Trep­pen­ge­län­dern hört der Spaß auf. In

schwin­del­er­re­gen­den Hö­hen ver­lan­ge ich nach ei­ner or­dent­li­chen Brüs­tung, ei­nem Ge­län­der, das mich vor dem si­che­ren Ab­sturz schützt, das man ru­hi­gen Ge­wis­sens an­pa­cken kann. Even­tu­ell

hat es et­was mit mei­ner Hö­hen­angst zu tun, aber Ge­län­der kön­nen mei­ner Mei­nung nach gar nicht hoch ge­nug sein. In

Dres­den herrscht da mo­men­tan lei­der die AfG, die Al­ter­na­ti­ve für Ge­län­der: Netz­ma­schen hän­gen im Rat­haus, Holz­lat­ten am Bi­schofs­platz, und gleich dop­pel­te Ei­sen­lö­sun­gen ste­hen auf der Al­bert­brü­cke, über­trumpft von ei­ner ge­plan­ten Ple­xi­glas­schei­be in ei­ner DDR-Schu­le. Die

Pro­blem­ge­län­der Typ Dres­den sor­gen für Hohn und Spott, lan­de­ten schon im Fern­se­hen. Viel­leicht

soll­ten die Denk­mal­schüt­zer nicht an je­dem al­ten Ge­län­der fest­hal­ten. Sta­tis­ti­ker

sa­gen so­gar, auf Trep­pen ster­ben jähr­lich mehr Men­schen als bei Au­to­un­fäl­len. Ich wün­sche mir kei­nen Air­bag am Trep­pen­en­de, aber zu­min­dest ei­ne si­che­re Bau­va­ri­an­te, die trotz­dem op­tisch ver­tret­bar ist. Das kann doch nicht so schwer sein.

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