Spre­chen Sie Ju­ra?

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von St­ef­fi Suhr

Beim Le­sen des Stil­blü­ten­bu­ches „Mit un­be­leuch­te­ten Fuß­gän­gern ist zu rech­nen“ha­be ich herz­haft ge­lacht. Das war schon Scha­den­freu­de über Ju­ris­ten oder Be­trof­fe­ne, die sich in For­mu­lie­run­gen ver­stei­gen, so dem Wort­witz die vol­le Breit­sei­te bie­ten.

Aber mal im Ernst: Ei­gent­lich be­weist die Samm­lung doch auch deut­lich, wie oft Be­hör­den, Jus­tiz und Bür­ger an­ein­an­der vor­bei­re­den. Beim Ver­such, sich tref­fend, zugleich ge­wählt und ju­ris­tisch ein­wand­frei aus­zu­drü­cken, bleibt der ge­woll­te In­halt oft kom­plett auf der Stre­cke.

Das fängt bei End­lossät­zen an. Das konn­te und durf­te mei­ner Mei­nung nach nur Tho­mas Mann in sei­nen gran­dio­sen Ro­ma­nen. Was nützt ei­nem Be­trof­fe­nen ein sei­ten­lan­ges Ur­teil oh­ne Punkt und Kom­ma? U nd dann das Fach­chi­ne­sisch. Ju­ris­ti­sche Wort­wahl hin oder her. Aber ich ver­ste­he Be­trof­fe­ne, die Be­schei­de aus Ge­rich­ten und Be­hör­den links lie­gen las­sen, weil sie wie ara­bi­sche Be­die­nungs­an­lei­tun­gen wir­ken. U nd da sieht man wie­der: Hu­mor, auch der die­ses lus­ti­gen Bu­ches, hat ei­nen erns­ten Hin­ter­grund.

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