Er­do­gan will Öz­de­mir zum Blut­test schick en

Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

ISTAN­BUL/BER­LIN - Er­do­gan wet­tert wei­ter ge­gen die Bun­des­tags-Re­so­lu­ti­on zum Völ­ker­mord an den Ar­me­ni­ern. Be­son­ders die tür­kisch­stäm­mi­gen Ab­ge­ord­ne­ten ha­ben den Zorn des Prä­si­den­ten auf sich ge­zo­gen. Die­se Par­la­men­ta­ri­er sind für ihn ein „Sprach­rohr“der PKK in Deutsch­land.

Nach der Völ­ker­mord-Re­so­lu­ti­on hat der tür­ki­sche Staats­prä­si­dent Re­cep Tay­yip Er­do­gan (62) sei­ne An­grif­fe auf tür­kisch­stäm­mi­ge Ab­ge­ord­ne­te im Bun­des­tag ver­schärft. „Man­che sa­gen, das sei­en Tür­ken“, sag­te Er­do­gan. „Was denn für Tür­ken bit­te?“Er­do­gan sprach sich da­für aus, den Ab­ge­ord­ne­ten Blut­pro­ben ent­neh­men zu las­sen: „Ihr Blut muss durch ei­nen La­b­or­test un­ter­sucht wer­den.“Grü­nen-Chef Cem Öz­de­mir (50), der zu den Initia­to­ren der Re­so­lu­ti­on ge­hör­te, nann­te Er­do­gan ei­nen „Bes­ser­wis­ser“.

Be­reits am Wo­che­n­en­de hat­te Er­do­gan die tür­kisch­stäm­mi­gen Ab­ge­ord­ne­ten im Bun­des­tag at­ta­ckiert. „Dort soll es elf Tür­ken ge­ben“, sag­te Er­do­gan. „Von we­gen. Sie ha­ben nichts mit Tür­ken­tum ge­mein. Ihr Blut ist schließ­lich ver­dor­ben.“Er warf den Ab­ge­ord­ne­ten zu­dem vor, der ver­bo­te­nen kur­di­schen Ar­bei­ter­par­tei PKK als ver­län­ger­ter Arm in Deutsch­land zu die­nen.

Die Tür­ki­sche Ge­mein­de in Deutsch­land wies die An­grif­fe Er­do­gans in schar­fer Form zu­rück: „Mord­dro­hun­gen und Blut­test­for­de­run­gen fin­den wir ab­scheu­lich“, sag­te der Bun­des­vor­sit­zen­de des Ver­ban­des, Gö­kay So­fuog­lu. „Ich den­ke, dass Leu­te nach Blut de­fi­niert wer­den, hat 1945 auf­ge­hört. Das ist ab­so­lut de­plat­ziert.“Men­schen könn­ten nicht in der Öf­fent­lich­keit so bloß­ge­stellt und An­grif­fen frei­ge­ge­ben wer­den. Die La­ge sei auf­ge­heizt. Tür­kisch­stäm­mi­ge Ab­ge­ord­ne­te hät­ten Mord­dro­hun­gen er­hal­ten.

Die Bun­des­re­gie­rung wies sei­ne jüngs­ten An­grif­fe auf tür­kisch­stäm­mi­ge Ab­ge­ord­ne­te zu­rück: Prä­si­dent Er­do­gan (62).

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