Bil­der­berg oh­ne Bil­der

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Do­mi­nik Brüg­ge­mann

G anz ge­heim, streng ab­ge­si­chert, nicht zu­gäng­lich. Um die Bil­der­berg-Kon­fe­renz mit Re­gie­rungs-Chefs, Fi­nanz­bos­sen und Un­ter­neh­mern aus al­ler Welt ran­ken sich die My­then. Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker se­hen in der Kon­fe­renz ei­ne ge­hei­me Welt­macht. O ffen ge­stan­den: Da tref­fen sich je­de Men­ge wich­ti­ge Vor­stän­de, Di­plo­ma­ten und Po­li­ti­ker, von de­nen be­reits je­der für sich viel Macht hat. Zu­sam­men könn­ten sie tat­säch­lich für un­ge­heu­ren Ein­fluss sor­gen. Doch schaut man auf die kur­sie­ren­den Teil­neh­mer­lis­ten, wird klar: Hier sind sich vie­le Herr­schaf­ten spin­ne­feind oder ver­fol­gen völ­lig ge­gen­sätz­li­che In­ter­es­sen. D ie Bil­der­berg-Kon­fe­renz bie­tet ih­nen das di­plo­ma­ti­sche Par­kett, oh­ne Zwang of­fen über wich­ti­ge The­men zu re­den. Die ein­zi­ge Re­gel: Am En­de der Ta­gung darf nie­mand öf­fent­lich dar­über re­den. Und hier liegt das Pro­blem: Ein biss­chen mehr Trans­pa­renz tä­te der Bil­der­berg-Kon­fe­renz gut. So ist es ei­ne Ta­gung oh­ne Bil­der ... N ur die grob be­spro­che­nen The­men zu ver­öf­fent­li­chen, hilft kaum. Be­ton­zaun, Si­cher­heits­zo­ne, Po­li­zei­kon­trol­len - das al­les trägt da­zu bei, dass die Bil­der­berg-Kon­fe­renz wei­ter­hin von vie­len mit Skep­sis be­trach­tet wird. I mmer­hin: So ge­heim die Kon­fe­renz auch ist, so ge­winn­brin­gend ist sie für Dres­den als Kon­gress­stand­ort.

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