To­te bei Bom­ben-An­schlag in Istan­bul

+++ Kurz vor dem Fe­ri­en­start +++ Mit­ten im Tou­ri-Vier­tel +++ Aus­wär­ti­ges Amt warnt Ur­lau­ber +++

Dresdner Morgenpost - - POLITIK -

ISTAN­BUL/BER­LIN- Nächs­ter Ter­ror-Schock in der Tür­kei! Zum drit­ten Mal seit Jah­res­be­ginn ist das Zen­trum Istan­buls von ei­nem schwe­ren An­schlag er­schüt­tert wor­den. Min­des­tens elf Men­schen wur­den bei der Ex­plo­si­on ei­ner Au­to­bom­be in der Alt­stadt der Bo­spo­rus-Me­tro­po­le ge­tö­tet, 36 ver­letzt.

Bei den To­ten han­delt es sich um sie­ben Po­li­zis­ten und vier Zi­vi­lis­ten. Die Bom­be wur­de mit­ten im Be­rufs­ver­kehr fern­ge­zün­det, als ein Bus mit Po­li­zis­ten vor­bei­fuhr. Zu­nächst be­kann­te sich nie­mand zu dem An­schlag.

Auf al­le Fäl­le traf der An­schlag das Vier­tel Vez­ne­ci­ler dort stei­gen auch Tou­ris­ten ab. Der Gro­ße Ba­sar, ei­ne der be­kann­tes­ten At­trak­tio­nen Istan­buls, ist zu Fuß zu er­rei­chen. Nur rund ein­ein­halb Ki­lo­me­ter Luft­li­nie sind es zur Blau­en Mo­schee, vor der im Ja­nu­ar ein Selbst­mord­at­ten­tä­ter zwölf deut­sche Tou­ris­ten mit in den Tod riss (MOPO be­rich­te­te).

Prä­si­dent Re­cep Tay­yip Er­do­gan (62) macht die ver­bo­te­ne kur­di­sche Ar­bei­ter­par­tei PKK ver­ant­wort­lich. Er schwört die Tür­ken auf ei­nen lan­gen Krieg ge­gen den Ter­ro­ris­mus ein: „Die­ser Kampf, der mit dem ers­ten Men­schen be­gon­nen hat, wird bis in al­le Ewig­keit wei­ter­ge­hen.“We­ni­ge St­un­den nach dem An­schlag nahm die Po­li­zei vier Ver­däch­ti­ge fest.

Das Aus­wär­ti­ge Amt in Ber­lin rät Rei­sen­den zu er­höh­ter Vor­sicht: „Lan­des­weit ist wei­ter mit po­li­ti­schen Span­nun­gen so­wie ge­walt­sa­men Aus­ein­an­der­set­zun­gen und ter­ro­ris­ti­schen An­schlä­gen zu rech­nen.“Ur­lau­ber in der Tür­kei sol­len Men­schen­an­samm­lun­gen auf öf­fent­li­chen Plät­zen oder vor tou­ris­ti­schen At­trak­tio­nen mei­den. „Öf­fent­li­che Ver­kehrs­mit­tel soll­ten nur be­nutzt wer­den, wenn es nö­tig ist.“

Der Tat­ort in der Istan­bu­ler Alt­stadt: Tür­ki­sche Si­cher­heits­kräf­te wer­den häu­fig von PKK-Kämp­fern an­ge­grif­fen. Auch die links­ter­ro­ris­ti­sche DHKP-C ver­übt im­mer wie­der An­schlä­ge.

Po­li­zei-Sper­re in Tat­ort-Nä­he: Der An­schlags­ort in der Alt­stadt der tür­ki­schen Me­tro­po­le liegt un­weit des Gro­ßen Ba­sars und der welt­be­rühm­ten Blau­en Mo­schee.

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