Die Jus­tiz funk­tio­niert

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Ju­lia­ne Mor­gen­roth

Die­ser Fall sorg­te für Schlag­zei­len: Ein Dresd­ner Rich­ter kommt dem An­trag der rechts­ex­tre­men NPD nach und ver­bie­tet per einst­wei­li­ger Ver­fü­gung ei­nem Wis­sen­schaf­ter Äu­ße­run­gen über die Par­tei.

Für den Rich­ter nach ei­ge­ner Aus­sa­ge kein schwie­ri­ger Fall, Ent­schei­dung nach Ak­ten­la­ge. Kri­ti­ker wa­ren em­pört, spra­chen von ei­nem Maul­korb und ei­nem un­zu­läs­si­gen Ein­griff in die Frei­heit der Wis­sen­schaft.

For­mal lief al­les rich­tig, aber die Fak­ten sor­gen in der Tat für Stirn­run­zeln: Die Äu­ße­run­gen des Wis­sen­schaft­lers wa­ren al­les an­de­re als neu. Sie wur­den seit Jah­ren im­mer wie­der ver­öf­fent­licht und vor­ge­tra­gen.

Was soll das Gan­ze al­so? Bei der NPD dürf­te ei­ne Rol­le spie­len, dass sie an­ge­sichts des Ver­bots­ver­fah­rens mäch­tig un­ter Druck steht und schlicht je­de Ge­le­gen­heit nutzt, ih­re ver­meint­li­che Harm­lo­sig­keit zu prä­sen­tie­ren.

Da­mit ist sie nun aber vor­erst ge­schei­tert. Der Rich­ter hat sei­ne ei­ge­ne Ver­fü­gung wie­der auf­ge­ho­ben - aus for­ma­len Grün­den. Die An­ge­le­gen­heit wird nun in ei­nem so­ge­nann­ten Haupt­sa­che­ver­fah­ren ge­klärt.

Das aber zeigt trotz all der Auf­re­gung: Un­se­re Jus­tiz funk­tio­niert. Was das Haupt­sa­che­ver­fah­ren brin­gen wird, steht dann wie­der auf ei­nem ganz an­de­ren Blatt ... Be­richt Sei­ten 10/11

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