Die Haus­ver­wal­tung kommt nun digital!

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Die Tat war so un­ver­schämt wie über­flüs­sig: Im Ok­to­ber 2015 flo­gen sie­ben Mo­lo­tow-Cock­tails an die ge­plan­te Flücht­lings­un­ter­kunft Box­ber­ger Stra­ße. Ges­tern be­gann am Land­ge­richt Dres­den der Pro­zess ge­gen ei­nen der mut­maß­li­chen Tä­ter.

Mar­cel K. (33) soll die Brand­sät­ze mit drei Kum­pels mor­gens an die Schu­le ge­schleu­dert ha­ben. Fens­ter gin­gen zu Bruch, Tü­ren und Fas­sa­de wur­den de­mo­liert.

Zwei Ta­ge spä­ter soll­ten dort Flücht­lin­ge ein­zie­hen. Of­fen­bar woll­ten das die Tä­ter ver­hin­dern. „Flücht­lin­ge neh­men uns un­ser Geld weg“, ist ei­nes der plat­ten Ar­gu­men­te von der­lei Tä­tern. Um­so be­mer­kens­wer­ter die wei­te­re An­kla­ge ge­gen den ar­beits­lo­sen Prohli­ser: Er soll das Job­cen­ter um 189 Eu­ro be­tro­gen ha­ben.

Auf­ge­flo­gen war der Mo­lo­tow-Trupp, weil er im Freun­des­kreis mit der Tat prahl­te. Zu den mut­maß­li­chen Mit­tä­tern, ge­gen die ab Au­gust ver­han­delt wird, ge­hört auch Ra­schid S. (36): Er be­kam im Ju­li 2015 Be­wäh­rung, weil er ein Kind mit Rohr­rei­ni­ger ver­ätz­te. Drei Mo­na­te spä­ter warf er laut An­kla­ge Brand­sät­ze.

Bei der Po­li­zei ge­stand Mar­cel K., will auch im Pro­zess aus­sa­gen. Doch der wur­de ges­tern erst ein­mal un­ter­bro­chen. In der Pau­se hat­te sich ei­ne Rich­te­rin am Fuß ver­letzt, muss­te in die Kli­nik. Mor­gen wird fort­ge­setzt.

Üb­ri­gens: Flücht­lin­ge zo­gen in der Box­ber­ger Stra­ße den­noch ein.

Di­gi­tal­tech­nik statt pa­pier­ner Aus­hang: Die Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft Jo­hann­stadt eG setzt auf mo­der­ne Haus­aus­hän­ge in ih­ren Flu­ren. „Die Di­gi­tal­ta­feln zei­gen zum Bei­spiel ge­plan­te Re­pa­ra­tu­ren und Le­ser­ab­zäh­lun­gen im Haus an“, so Spre­che­rin Ju­lia Rey­mann. Spar­sam sind die Mo­ni­to­re mit Be­die­nungs­knöp­fen auch. Ein Be­we­gungs­sen­sor mel­det, wenn Haus­be­woh­ner vor der Ta­fel ste­hen. Mie­te­rin Bri­git­te Gab­ber aus der El­sas­ser Stra­ße ist voll zu­frie­den: „Die Anzeige für die Stra­ßen­bahn ist sehr prak­tisch. Auch die Wet­ter­pro­gno­se nut­ze ich ger­ne.“Ins­ge­samt 68 Ta­feln hat die Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft in Be­trieb. dbr

Mar­cel K. (33, r.) ist der ers­te von vier Mo­lo­tow-Wer­fern, die sich vor Ge­richt ver­ant­wor­ten müs­sen. Die de­mo­lier­te Tür an der ge­plan­ten Flücht­lings­un­ter­kunft.

Die Schu­le an der Box­ber­ger Stra­ße, die

zur Flücht­lings­un­ter­kunft wur­de.

Hier flo­gen Mo­lo­tow-Cock­tails. Ra­schid S. (36) ist ge­richts­be­kannt, soll auch Brand­sät­ze ge­wor­fen ha­ben.

Mie­te­rin Bri­git­te Gab­ber zeigt ei­ne der neu­en Ta­feln der Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft Jo­hann­stadt eG.

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