Die­se Leu­te hal­ten un­se­ren Zwin­ger am Le­ben

Ei­ne ei­ge­ne Mann­schaft aus Re­stau­ra­to­ren, Bild­hau­ern und St­ein­met­zen

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN & UMGEBUNG - dbr

Frü­her Par­ty­gar­ten, heu­te Tou­ris­ten­ziel und schon im­mer ba­rock: Der Dresd­ner Zwin­ger ist eu­ro­pa­weit ein ein­zig­ar­ti­ges Sand­stein-En­sem­ble. Da­mit der Prunk­bau nicht ver­fällt, hat er so­gar ei­ne ei­ge­ne Werk­statt. Die so­ge­nann­te Zwin­ger­bau­hüt­te schützt das gra­zi­le En­sem­ble. Sie fei­ert jetzt ihr 25-jäh­ri­ges Be­ste­hen.

Meis­ter der Zwin­ger­bau­hüt­te ist be­reits seit 1993 Ar­chi­tekt Karl Schöpp­ner (61). „Der Elb­sand­stein ist ein sen­si­bles Ma­te­ri­al“, sagt er und er­klärt da­mit das Grund­pro­blem: „Das Wet­ter samt Frost, Re­gen und Son­ne frisst be­stän­dig am fei­nen Sand­stein.“Die Spe­zia­lis­ten ach­ten des­halb auf Ver­wit­te­rung vor al­lem an Fu­gen, Ba­lus­tra­den, Ni­schen und fast 700 Skulp­tu­ren.

Um den Zwin­ger zu schüt­zen, sper­ren die Mit­ar­bei­ter all­jähr­lich im Herbst Was­ser­spie­le und Brun­nen in Holz­häu­ser, be­frei­en sie erst im Früh­jahr wie­der. Ak­tu­ell re­stau­rie­ren und pfle­gen sie­ben Re­stau­ra­to­ren, St­ein­bild­hau­er und St­ein­met­ze Ar­chi­tek­tur und Schmuck der Pa­vil­lons und Lang­ga­le­ri­en. Da­zu kom­men zwei Aus­zu­bil­den­de. „Sie ler­nen die klas­si­sche werk­ge­rech­te Hand­werks­kunst“, sagt Hüt­ten­meis­ter Ralf Schmidt. Schließ­lich ist al­les hand­ge­macht, je­de Sand­stein­ko­pie kaum vom Ori­gi­nal zu un­ter­schei­den.

Ins­ge­samt ha­ben die Mit­ar­bei­ter der Zwin­ger­bau­hüt­te 15000 Qua­drat­me­ter ge­stal­te­te Gesteins­ober­flä­che und Fas­sa­den, dar­un­ter al­lein 1,2 Ki­lo­me­ter Ba­lus­tra­den im Blick. Nach An­ga­ben des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums in­ves­tier­te der Frei­staat seit 1991 bis En­de 2015 rund 65,4 Mil­lio­nen Eu­ro in die Ba­rock­an­la­ge.

St­ein­bild­hau­er­meis­ter Hans-Chris­toph Pam­pel fer­tig­te im Jahr 2013 in der Zwin­ger­bau­hüt­te die­se Del­fin-Skulp­tur.

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