Was ge­sagt wer­den muss

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

D as wird man doch noch sa­gen dür­fen!“Ein be­lieb­ter Aus­spruch „be­sorg­ter Bür­ger“auf ih­ren De­mons­tra­tio­nen. Zu­min­dest da ha­ben sie recht: So­lan­ge nie­mand be­droht, be­lei­digt oder an­der­wei­tig gegen das Ge­setz ver­sto­ßen wird, darf je­der al­les öf­fent­lich sa­gen, was er will. D och of­fen­bar kom­men ei­ni­ge der selbst­er­nann­ten Kämp­fer für die Mei­nungs­frei­heit mit sel­bi­ger ganz und gar nicht zu­recht. Denn die jüngs­ten Be­dro­hun­gen sind nur ein Bei­spiel der Ein­schüch­te­rung, die Kri­ti­ker rech­ter und rechts­ex­tre­mer De­mons­tra­tio­nen tref­fen. Es reicht viel­fach schon aus, öf­fent­lich für As­ly­be­wer­ber Par­tei zu er­grei­fen, schon wü­tet der Mob in den so­zia­len Netz­wer­ken, auf der Stra­ße und manch­mal eben auch im per­sön­li­chen Kon­takt. D abei dürf­ten Po­li­zei­chef Mer­bitz und sei­ne Kol­le­gen vom OAZ noch nicht mal po­li­ti­scher Geg­ner sein: Ih­re Auf­ga­be ist es, Brand­an­schlä­ge, Sach­be­schä­di­gun­gen, Kör­per­ver­let­zun­gen und Schlim­me­res mit po­li­ti­schem Hin­ter­grund zu ver­hin­dern. Klar tun das Po­li­zis­ten all­ge­mein, um Men­schen zu schüt­zen. D em OAZ mit sei­ner Aus­rich­tung gegen po­li­ti­sche Kri­mi­na­li­tät geht es aber noch um et­was an­de­res: Nie­mand soll we­gen sei­ner Mei­nung Op­fer ei­ner Straf­tat wer­den. Mer­bitz ar­bei­tet al­so ge­nau da­für, dass „man das noch sa­gen darf“. Wer dar­auf mit Dro­hun­gen und Aus­fäl­lig­kei­ten re­agiert, ist eben ein Geg­ner der Mei­nungs­frei­heit, ein Ex­tre­mist. Auch das wird man noch sa­gen dür­fen, wenn nicht so­gar müs­sen. Be­richt Sei­te 11

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