So lief das mit der al­ten Wis­mut

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

Die Wis­mut ist nach dem Zwei­ten Welt­krieg als so­wje­ti­sche Ak­ti­en­ge­sell­schaft ent­stan­den. Spä­ter wur­de sie mit DDR-Be­tei­li­gung fort­ge­führt. Sie soll­te die Ur­an­la­ger­stät­ten im Erz­ge­bir­ge in Sach­sen und in Ost­thü­rin­gen für das so­wje­ti­sche Atom­pro­gramm aus­beu­ten. Zeit­wei­se ar­bei­te­ten mehr als 100000 Men­schen für die Wis­mut. Sie för­der­te bis 1990 rund 231 000 Ton­nen Uran und war da­mit hin­ter der UdSSR, den USA und Ka­na­da der viert­größ­te Uran­pro­du­zent der Welt. Mit der deut­schen Ein­heit wur­de der Uran­erz­berg­bau En­de 1990 ein­ge­stellt. Die UdSSR stieg aus, die Wis­mut ging voll­stän­dig in den Be­sitz der Bun­des­re­pu­blik über. Zu­rück blie­ben 1 500 Ki­lo­me­ter of­fe­ne Gru­ben­baue, 311 Mil­lio­nen Ku­bik­me­ter Hal­den­ma­te­ri­al und 160 Mil­lio­nen Ku­bik­me­ter ra­dio­ak­ti­ve Schläm­me. Von den bis 1990 mehr als 400 000 Mit­ar­bei­tern ha­ben 9 400 ei­ne an­er­kann­te Be­rufs­krank­heit we­gen ih­rer Strah­len­be­las­tung da­von­ge­tra­gen. Vie­le sind an Krebs er­krankt und da­ran ge­stor­ben.

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