un­se­ren Pe­gel Die Mol­dau ret­tet

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von An­ne­ke Mül­ler

Vor ge­nau ei­nem Jahr bahn­te sich das Dra­ma an. An­fang Ju­li sank der Elb­pe­gel in Dres­den zeit­wei­lig auf un­ter 70 Zen­ti­me­ter. Drei Mo­na­te fuhr die Wei­ße Flot­te ein­ge­schränkt, zwei Wo­chen lang gar nicht. Jetzt ret­tet die Mol­dau un­se­ren Was­ser­stand.

Bei et­wa 134 Zen­ti­me­ter liegt der Pe­gel der­zeit in der Lan­des­haupt­stadt. Das ist zwar nicht üp­pig (et­wa zwei Me­ter sind ide­al), doch zum Schip­pern reicht es al­le­mal. Da­bei war der Win­ter im Rie­sen­ge­bir­ge, wo die El­be ent­springt, wie schon 2014/15 wie­der schnee­arm. Ji­ri Petr (45), Chef-Di­s­patcher der Fluss­di­rek­ti­on „po­vo­di la­be“aus dem tsche­chi­schen De­cin, er­klärt: „Wir ha­ben trotz­dem mehr Was­ser als 2015 in der El­be, weil die Mol­dau uns hilft.“

Im Böh­mer­wald, wo der größ­te Ne­ben­fluss (430 Ki­lo­me­ter lang) der El­be ent­springt, gab es im ver­gan­ge­nen Win­ter mehr Schnee, au­ßer­dem in letz­ter Zeit im­mer wie­der Nie­der­schlä­ge. Die Stau­stu­fen, ge­nannt „Mol­dau-Kas­ka­den“(ins­ge­samt neun Stau­an­la­gen), konn­ten ge­nug Was­ser spei­chern. „Doch wir brau­chen wei­te­re Nie­der­schlä­ge, da­mit der Pe­gel nicht fällt“, so der Ex­per­te.

Die Wet­ter­pro­gno­sen ste­hen gut: Nach zwei Ta­gen Su­per­som­mer „fol­gen zum Wo­che­n­en­de schon wie­der Ge­wit­ter mit kräf­ti­gen Nie­der­schlä­gen“, wie Me­teo­ro­lo­ge Tho­mas Hain (48) vom Deut­schen Wet­ter­dienst sagt. Üb­ri­gens: Soll­ten Sie in der El­be ei­nen sehr gro­ßen Zan­der (um 50 Zen­ti­me­ter) er­bli­cken, könn­te die­ser durch­aus über die Mol­dau in die El­be ein­ge­schwom­men sein ...

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