Har­te Wor­te

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN - Von Se­bas­ti­an Günther

A n sich bin ich ja ein Freund of­fe­ner Wor­te. Nur der Eti­ket­te we­gen ver­bal rum­zu­ei­ern, en­det oft in Ver­klau­su­lie­run­gen. Genau die­se Ver­klau­su­lie­run­gen sind es, die Po­li­tik für das „ein­fa­che­re Volk“schwer ver­ständ­lich ma­chen. W er et­was zu sa­gen hat, nutzt kla­re Wor­te. Ges­tern im Land­tag hat­te ein Po­li­ti­ker ein ganz kla­res Wort in Rich­tung sei­nes Kon­tra­hen­ten: Ar­sch­loch. Un­miss­ver­ständ­lich. Aber eben auch be­lei­di­gend. A nfangs hab ich ge­schmun­zelt. Aber zum La­chen ist das ei­gent­lich nicht. Denn er­le­ben wir es doch nun na­he­zu täg­lich, wie rau die Tö­ne zwi­schen Men­schen mit ver­schie­de­ner Mei­nung ge­wor­den sind. N icht nur wö­chent­lich bei De­mons­tra­tio­nen, auch täg­lich im In­ter­net wird in For­mu­lie­run­gen aus­ge­teilt, die nichts mehr mit nor­ma­ler Streit­kul­tur zu tun ha­ben. Po­li­ti­ker wer­den aufs Übels­te be­schimpft. „Wi­der­stand“und „Ver­trei­bung“wird ge­brüllt. Ein ak­tu­el­ler Fall ei­ner völ­lig ent­glit­te­nen Äu­ße­rung ge­gen­über ei­nem Po­li­ti­ker wur­de erst ges­tern vor dem Amts­ge­richt pro­zes­siert, sie­he Sei­te 13. F an­gen nun auch die Po­li­ti­ker un­ter­ein­an­der an, sich be­lei­di­gend an­zu­mot­zen, ist das wahr­lich kein Bei­trag. W er et­was zu sa­gen hat, muss auch re­den kön­nen. Be­lei­di­gun­gen ge­hö­ren nicht da­zu. Mei­nun­gen aus­tau­schen muss auch oh­ne Be­schimp­fun­gen aus­kom­men. W enn al­ler­dings nach ei­nem her­aus­ge­rutsch­ten „Ar­sch­loch“ei­ne Ent­schul­di­gung folgt, bei­de ein Bier trin­ken kön­nen und sich da­bei wie­der in­halt­lich aus­tau­schen, kann ich ge­trost auch mal weg­hö­ren. Und schmun­zeln. Be­richt Sei­ten 12/13

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