Die Pre­mier Le­ague fürch­tet um ih­re Exis­tenz

Dresdner Morgenpost - - FUSSBALL -

LON­DON - Ga­ry Li­neker konn­te es nicht fas­sen. „Bloo­dy hell!“, ver­damm­ter Mist, twit­ter­te die eng­li­sche Fuß­ball-Le­gen­de ges­tern früh, als er vom „Br­ex­it“er­fuhr. Und ei­ne gu­te hal­be St­un­de nach dem ers­ten Schock: „Was ha­ben wir ge­tan?“

Wie dem ehe­ma­li­gen Na­tio­nal­stür­mer ging es nach dem Volks­ent­scheid für den EUAus­tritt vie­len Ver­tre­tern des Fuß­balls - die Pre­mier Le­ague, die reichs­te Li­ga der Welt, fürch­tet um ih­re Exis­tenz.

Li­ga-Boss Richard Scu­da­mo­re hat­te zu­vor be­tont, „lea­ve“(ver­las­sen) sei mit der „Kul­tur der Of­fen­heit“der Pre­miership „un­ver­ein­bar“. Kein Di­mi­tri Pay­et, kein Da­vid De Gea oder Em­re Can: Wenn der „Br­ex­it“ir­gend­wann um­ge­setzt wird, muss die Li­ga dicht­ma­chen - für Spie­ler aus der EU oder EWR-Staa­ten wie Nor­we­gen. Zu­min­dest, wenn die seit 2015 auf Initia­ti­ve der FA ver­schärf­ten Be­stim­mun­gen für den Er­halt ei­ner Ar­beits­er­laub­nis nicht auf­ge­weicht wer­den.

Seit­dem muss ein nicht-eu­ro­päi­scher Pro­fi ei­nen ge­wis­sen Pro­zent­satz Län­der­spie­le be­strit­ten ha­ben, wenn er auf die In­sel wech­seln will. Die An­zahl ist ge­rin­ger, je hö­her das Land in der Welt­rang­lis­te plat­ziert ist. Künf­tig sol­len auch die Stars vom Kon­ti­nent un­ter die­se Re­geln fal­len.

Zwei Drit­tel der 160 EU- und EWR-Spie­ler der Pre­mier Le­ague hät­ten nie dort­hin wech­seln dür­fen, wenn zum Trans­fer-Zeit­punkt auch für sie die ver­schärf­ten Be­stim­mun­gen ge­gol­ten hät­ten. Dar­un­ter Pay­et, De Gea und Can, aber auch Stars wie Juan Mata und Ant­ho­ny Mar­ti­al von ManUni­ted, die Meis­ter­spie­ler Ro­bert Huth und N’Go­lo Kan­té (Leices­ter Ci­ty), Sa­mir Nas­ri, Jesús Na­vas, und, und, und.

Scu­da­mo­re fürch­tet „welt­wei­ten An­se­hens­ver­lust“und ei­nen mil­li­ar­den­schwe­ren Ima­ge­scha­den. Weil das bri­ti­sche Pfund ges­tern ab­stürz­te, ist plötz­lich auch der tol­le neue TV-Ver­trag we­ni­ger wert. Und: Die 40 Mil­lio­nen Euro, die West Ham für Mi­chy Bats­hu­ayi von Olym­pi­que Mar­seil­le bot, sind über Nacht 34 statt 31 Mil­lio­nen Pfund.

Das gilt üb­ri­gens auch für den um­ge­kehr­ten Weg. Ga­reth Ba­le, Wa­li­ser und bes­ter Spie­ler der EM, hät­te 2013 nicht so ein­fach von Tot­ten­ham Hot­spur zu Re­al Ma­drid wech­seln kön­nen. In der spa­ni­schen Pri­me­ra Di­vi­sión näm­lich gel­ten Be­schrän­kun­gen für die Ver­pflich­tung von Nicht-EU-Spie­lern...

Ga­ry Li­neker

Mi­chy Bats­hu­ayi

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