Stadt ent­sorgt Gas­la­ter­nen

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE -

Geht es nach der Stadt­ver­wal­tung, ver­schwin­den in Dres­den in den nächs­ten Mo­na­ten wei­te­re 20 his­to­ri­sche Gas­la­ter­nen. In Lau­be­gast sol­len ent­lang von Tau­ern­stra­ße, Trop­pau­er Stra­ße und Her­mann-Sei­del-Stra­ße die his­to­ri­schen Leuch­ten ab­ge­ris­sen wer­den. Haupt­grund der Stadt: Die Gas­la­ter­nen sei­en ver­schlis­sen so­wie ins­ge­samt un­zu­rei­chend, um die We­ge aus­zu­leuch­ten. Statt­des­sen sol­len 34 neue Elek­tro­leuch­ten auf­ge­stellt wer­den, die den al­ten Gas­kan­de­la­bern kaum ähn­lich se­hen.

Die Stadt in­ves­tiert in den Aus­tausch 140000 Eu­ro. Lang­fris­tig will Rein­hard Koett­nitz (61), Chef des Stra­ßen- und Tief­bau­am­tes, so Geld spa­ren. Pro Jahr könn­ten die Ener­gie­kos­ten durch den Wech­sel auf LEDLicht um 15 335 Eu­ro re­du­ziert wer­den, der Treib­haus­gas­aus­stoß sinkt um 15,4 Ton­nen CO2 pro Jahr.

Im Ge­gen­zug ver­liert die Lan­des­haupt­stadt al­ler­dings wie­der et­was von ih­rer Tra­di­ti­on: Dres­den war im April 1828 nach Frei­berg die zwei­te deut­sche Stadt, die Gas­la­ter­nen ein­führ­te. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­den die zer­stör­ten La­ter­nen wie­der in Be­trieb ge­nom­men.

In den 60er-Jah­ren leuch­te­ten mehr als 9 000 Kan­de­la­ber. Heu­te wer­den noch et­wa 1300 der his­to­ri­schen La­ter­nen mit Gas be­trie­ben. Denk­mal­ge­schützt sind da­von et­wa 1 000. Das letz­te Wort über den Ab­riss hat jetzt der Stadt­rat.

So wun­der­bar leuch­ten in Dres­den im­mer we­ni­ger

Gas­la­ter­nen. Die Bag­ger sind schon da. Stimmt der Stadt­rat zu, fal­len wei­te­re 20 Gas­la­ter­nen. Weg da­mit! Rein­hard Koett­nitz (61) will 20 wei­te­re Gas­kan­de­la­ber ab­rei­ßen las­sen.

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