Ra­ny bei den Film­näch­ten

Dresdner Morgenpost - - KULTUR - hn

Hör­ge­nuss vor Film­ver­gnü­gen: Mit der Kon­zert­rei­he „Hö­ren vor Se­hen“bie­ten die Film­näch­te am Elb­ufer re­gio­na­len Bands die Chan­ce für ei­nen Auf­tritt vor grö­ße­rem Pu­bli­kum. Vor dem Schweig­hö­fer-Film „Der geils­te Tag“prä­sen­tie­ren heu­te um 19.45 Uhr Ra­ny und Band ih­re Lie­bes­er­klä­rung an das Le­ben - „Dres­den Soul“.

Denn der in Dres­den ge­bo­re­ne Halb­sy­rer Ra­ny Dab­bagh (29) fin­det, dass sei­ne Hei­mat­stadt ei­nen ganz ei­ge­nen, in­spi­rie­ren­den Groo­ve hat: „Wir ha­ben mit dem sprich­wört­li­chen Elb-Flo­renz das Glück ei­nes schö­nen Le­bens­um­fel­des und den ha­ben wir mit un­se­rer Mu­sik auf­ge­so­gen.“

Vie­len wur­de der Sän­ger be­kannt, als er sich im Ja­nu­ar 2015 drei Neo­na­zis ent­ge­gen­stell­te, die ei­nen Mann und sei­ne Toch­ter be­droh­ten, und für Zi­vil­cou­ra­ge aus­ge­zeich­net wur­de. Wor­über er selbst nicht ger­ne spricht, be­scher­te ihm aber im Ju­ni die­ses Jah­res ei­nen bun­des­weit be­ach­te­ten Auf­tritt in der RTLShow des Ko­mi­kers Bü­lent Cey­lan (40).

Ak­tu­ell pla­nen Ra­ny und sei­ne Mit­strei­ter, end­lich ihr ers­tes Al­bum auf­zu­neh­men. Die Mit­tel für die Pro­duk­ti­on sam­melt die Band über ein Crowd­fun­ding-Pro­jekt via Start­next. 7 000 Eu­ro sol­len es wer­den, gut die Hälf­te ist ge­schafft. Wird’s klap­pen? Ra­ny: „Ich bin kein Freund gro­ßer Er­war­tun­gen, denn dann kann man sich auch nicht ent­täu­schen. Aber zu­ver­sicht­lich sind wir schon, ja.“

Noch sind nicht al­le Songs ge­schrie­ben, weil die Mu­si­ker dem Al­bum „Die Schön­heit der klei­nen Mo­men­te“Raum zum Wach­sen ge­ben wol­len. Zu­dem win­ken Un­ter­stüt­zern ab ei­nem spe­zi­el­len Be­trag in­di­vi­du­el­le Songs als Dan­ke­schön, die nicht al­le das Licht der Öf­fent­lich­keit er­rei­chen wer­den. Ra­ny: „Letzt­lich ge­hö­ren die Songs de­nen, die sie sich von uns schrei­ben las­sen.“Nur wenn die Be­sit­zer auch zu­stimm­ten, kä­men die Lie­der mit auf die Plat­te.

Ra­ny macht kei­nen Un­ter­schied zwi­schen gro­ßen oder in­ti­men Kon­zer­ten. Na­tür­lich war es ein „kras­ses Ge­fühl“, bei der An­ti-PE­GI­DA-De­mo 2015 vor 35 000 Menschen zu ste­hen: „Das hat­te ei­ne un­glaub­li­che Wucht.“Trotz­dem liebt er Wohn­zim­mer­kon­zer­te. „Man er­kennt an­de­re De­tails. Man sieht Au­gen, ein Lä­chen und merkt: Da hört je­mand zu!“

Der Auf­tritt bei den Film­näch­ten wird für Ra­ny et­was Be­son­de­res: „Es ist schon was, wenn die ei­ge­ne Mut­ter gu­cken kommt.“

Ra­ny (l.) und sei­ne Band (v.l.): Ro­bert Wer­ner, Se­bas­ti­an Fle­gel, Da­rah und Florian Fü­ge­mann.

Ra­ny Dab­bagh (29) schwört auf den Groo­ve

sei­nes „Dres­den

Soul“.

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