Vie­le ha­ben kei­nen Ab­schluss

Um das nächs­te Schul­jahr ab­zu­si­chern, hat der Frei­staat auch 517 Quer­ein­stei­ger ein­ge­stellt

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE - Von Ju­lia­ne Mor­gen­roth

DRES­DEN - Selbst Kul­tus­mi­nis­te­rin Brun­hild Kurth (62, CDU) spricht von ei­nem „Tal der Trä­nen“: In Sach­sen kann der Schul­un­ter­richt nicht mehr oh­ne Sei­ten­ein­stei­ger ab­ge­si­chert wer­den. Zum neu­en Schul­jahr hat fast die Hälf­te (45 Pro­zent) der neu ein­ge­stell­ten Leh­rer kei­nen Lehr­amts­ab­schluss!

An Ober­schu­len sind es gar 58 Pro­zent. Sie wol­le die Si­tua­ti­on nicht ro­sa­rot ma­len, so Frau Kurth: „Es ist ei­ne ab­so­lu­te Her­aus­for­de­rung, die sehr ho­he Qua­li­tät in Sach­sen mit der ho­hen An­zahl an Sei­ten­ein­stei­gern zu hal­ten.“Dies sind z.B. Di­plom-Bio­lo­gen. Grund­sätz­lich wer­den Be­wer­ber ge­nom­men, die ei­nen Uni- oder FH-Ab­schluss in ei­nem un­ter­richts­kom­pa­ti­blen Fach ha­ben.

Die Mi­nis­te­rin spricht Kl­ar­text: „Auf dem Ar­beits­markt fin­den wir nicht die Leh­rer, die wir be­nö­ti­gen - we­der in Quan­ti­tät noch in Qua­li­tät.“Im Ver­gleich zum Vor­jahr ha­be sich die Si­tua­ti­on ver­schärft. Nur die Hälf­te der Be­wer­ber hat­te ein Lehr­amts­stu­di­um. Ins­ge­samt wur­den für das neue Schul­jahr bis­her 1148 Stel­len (da­von 517 Quer­ein­stei­ger) be­setzt - ge­plant wa­ren 1 200.

Die Ein­stel­lun­gen sei­en so schwie­rig wie noch nie. Fast al­le Be­wer­ber wol­len nur nach Dres­den oder Leip­zig. An­de­re Bun­des­län­der lo­cken mit Ver­be­am­tung. In Leip­zig zo­gen jüngst

30 Be­wer­ber ih­re Zu­sa­ge wie­der zu­rück, so Mi­nis­te­rin Kurth. „Je­der Leh­rer, der in Ren­te ging, wur­de aber er­setzt. Wir ha­ben zu­sätz­lich Leh­rer ein­ge­stellt, um die ge­stie­ge­nen Schü­ler­zah­len ab­zu­de­cken.“Im neu­en Schul­jahr wer­den rund 400 000 Schü­ler in Sach­sen öf­fent­li­che Schu­len be­su­chen. Das sind 10 000 mehr als 2015/16. Dar­un­ter sind auch Flücht­lings­kin­der.

Brun­hild Kurth (62)

Zum Leid­we­sen des Kul­tus­mi­nis­te­ri­ums wol­len 70 Pro­zent der Be­wer­ber nur in Dres­den oder Leip­zig un­ter­rich­ten.

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