Er ist der Flie­ger-Schie­ber vom Air­port

Dresdner Morgenpost - - SACHSEN -

DRES­DEN - Eck­hard See­ger (59) ran­giert die ganz gro­ßen Din­ger. Der Flug­zeug­ab­fer­ti­ger drückt am Dresd­ner Flug­ha­fen klei­ne In­lands­ma­schi­nen und gro­ße Ur­laubs­flie­ger aus den Park­po­si­tio­nen zu­rück auf die Start­bahn. Ein Job, der viel Auf­merk­sam­keit, Prä­zi­si­on und ei­ne ei­ge­ne Li­zenz ver­langt.

Weil Flug­zeu­ge nur per Schub­um­kehr rück­wärts fah­ren kön­nen, ste­hen an je­dem Air­port spe­zi­el­le Schlepp­fahr­zeu­ge, die so­ge­nann­ten „Push­backs“be­reit. Sie sind ton­nen­schwer, leis­tungs­stark und ha­ben be­son­ders viel Grip, um die Flie­ger aus ih­rer Park­po­si­ti­on zu­rück auf die Start­bahn zu drü­cken (eng­lisch: to push, da­her Push­back-Fahr­zeu­ge). In Dres­den ge­nügt meist ein „Gold­ho­fer AST 2“mit 200 PS und 13 Ton­nen Ei­gen­ge­wicht. Lan­det das größ­te Flug­zeug der Welt, der Air­bus A380, steht in der Fahr­zeug­hal­le ein Schlep­per der Fir­ma „Schopf“(40 Ton­nen) pa­rat.

Das Ma­nö­ver be­ginnt im­mer zehn Mi­nu­ten vor dem Start der Ma­schi­ne. „Ich fah­re vor­sich­tig an das Bug­fahr­werk des Flie­gers her­an, um­klam­me­re es mit mei­nem Fahr­zeug“, so See­ger. Je grö­ßer die Flug­zeu­ge, des­to en­ger geht es zu: „Manch­mal blei­ben nur fünf Zen­ti­me­ter auf je­der Sei­te, um das Rad in die Zan­ge zu neh­men.“

Da­mit er ei­nen bes­se­ren Blick hat, kann er so­gar sei­ne kom­plet­te Ka­bi­ne am Fahr­zeug dre­hen. Stän­dig hält er Funk­kon­takt mit dem zu­stän­di­gen Vor­feld-Ver­ant­wort­li­chen und dem Pi­lo­ten, prüft, ob das Au­spark­ma­nö­ver ge­lingt. Auch wenn er höchs­tens zehn Ki­lo­me­ter pro St­un­de schnell fährt, kön­nen Ve­rei­sun­gen zu Pro­ble­men füh­ren: „Man soll­te nicht ins Rut­schen ge­ra­ten.“Mit 15 Jah­ren Be­rufs­er­fah­rung hat See­ger aber al­les im Griff. Bis der nächs­te Flie­ger au­spar­ken will ...

Eck­hard See­ger (59) schiebt ei­ne Luft­han­sa-Ma­schi­ne zu­rück zur Start­bahn.

Ein spe­zi­el­ler Job mit ei­nem Spe­zi­al­fahr­zeug: der Flug­zeu­gPus­her am Dresd­ner Flug­ha­fen.

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