Tisch­ten­nis-Boll trägt die deut­sche Fah­ne

Ti­mo Boll trägt bei der Er­öff­nungs­fei­er die deut­sche Fah­ne

Dresdner Morgenpost - - FRONT PAGE -

RIO - Ti­mo Boll glucks­te vor Glück, sei­ne Stim­me über­schlug sich, der Stolz drang aus je­der Po­re. „Das ist ein wahn­sin­ni­ges Ge­fühl, der Hö­he­punkt mei­ner Kar­rie­re“, sag­te der sonst so zu­rück­hal­ten­de Tisch­ten­nis­spie­ler, der die deut­sche Olym­pia-Mann­schaft bei der Er­öff­nungs­fei­er in der kom­men­den Nacht ins le­gen­dä­re Ma­ra­ca­na füh­ren wird.

Die Wahl des 35-Jäh­ri­gen stellt ein No­vum dar: Noch nie in der 108-jäh­ri­gen Ge­schich­te deut­scher Fah­nen­trä­ger trug ein Zel­lu­loid­ball-Künst­ler die schwarz-rot-gol­de­ne Flag­ge. „Als ich ge­hört ha­be, dass ich die Fah­ne tra­gen soll, war ich erst ein­mal sprach­los. Ich freue mich un­heim­lich“, sag­te Boll, der in Rio sei­ne fünf­ten Som­mer­spie­le er­lebt. Er wer­de ver­su­chen, sich „je­den Mo­ment ein­zu­prä­gen“.

Boll setz­te sich in der Ab­stim­mung ge­gen Rei­te­rin In­grid Klim­ke, Ho­ckey-Ka­pi­tän Mo­ritz Fürs­te, Le­na Schö­ne­born (Mo­der­ner Fünf­kampf) und Bahn­rad-Ass Kris­ti­na Vo­gel durch.

Boll sei nicht bloß Fah­nen­trä­ger, sag­te DOSB-Boss Al­fons Hör­mann, son­dern der „Bot­schaf­ter des deut­schen Teams“. Der Re­kord-Eu­ro­pa­meis­ter ste­he für „Re­spekt, An­stand und all die po­si­ti­ven Aspek­te des Sports, ins­be­son­de­re im Sin­ne der Völ­ker­ver­stän­di­gung“. Da­mit sei Boll, so Hör­mann, ei­ne per­fek­te Ant­wort auf die viel­fäl­ti­gen Pro­ble­me des Sports. Der DOSB-Chef ließ durch­bli­cken, dass sich Boll so­wohl bei der Pu­bli­kums-Wahl mit rund 300000 Teil­neh­mern als auch bei der Ab­stim­mung un­ter den Sport­lern durch­ge­setzt hat­te.

Boll be­fin­det sich in ei­nem il­lus­tren Kreis. So wird bei­spiels­wei­se Schwimm-Star Micha­el Phelps die US-Fah­ne tra­gen und Ten­nis-Ass An­dy Mur­ray die bri­ti­sche Mann­schaft an­füh­ren.

Ti­mo Boll trägt bei der Er­öff­nungs­fei­er der Spie­le die deut­sche Fah­ne ins Sta­di­on.

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