Viel­sei­ti­ge Hoy trai­niert in Rio den Rus­sen Mar­kow & die „Kur­fürs­tin“

Dresdner Morgenpost - - OLYMPIA -

Die WM-Drit­te Pau­li­ne Schä­fer aus Chem­nitz wird beim Auf­takt der Olym­pia-Wett­kämp­fe der Tur­ne­rin­nen mor­gen kei­nen Mehr­kampf be­strei­ten.

Nach dem Po­di­um-Tur­nen am Don­ners­tag in der Olym­pic Are­na von Rio hat Chef­trai­ne­rin Ul­la Koch ent­schie­den, nur Eli­sa­beth Seitz und Sophie Sche­der für ei­nen kom­plet­ten Vier­kampf zu no­mi­nie­ren.

„Ich muss das so ak­zep­tie­ren, doch ich hät­te gern al­le vier Ge­rä­te ge­turnt“, be­dau­er­te Pau­li­ne Schä­fer, die noch bei der Olym­pia-Ge­ne­ral­pro­be beim Län­der­kampf in Chem­nitz die höchs­te Mehr­kampf­wer­tung al­ler Deut­schen er­reicht hat­te. „Es tut mir leid für Pau­li­ne“, mein­te Chef­trai­ne­rin Ul­la Koch, die im­mer das op­ti­ma­le Er­geb­nis für die Team-Wer­tung im Hin­ter­kopf hat. RIO - In ei­nem un­ge­wöhn­li­chen Out­fit spa­ziert Bet­ti­na Hoy über die olym­pi­sche Pfer­de­sport-An­la­ge in Rio. Die be­kann­te deut­sche Viel­sei­tig­keits­rei­te­rin trägt ein rus­si­sches T-Shirt zum Rock und rus­si­sche Turn­schu­he. „Das ist Teil der of­fi­zi­el­len Mann­schafts-Aus­rüs­tung“, sagt die Rei­te­rin aus Rhei­ne, die ei­nen Platz im deut­schen Olym­pia-Team knapp ver­passt hat.

Hoy

trai­niert ei­nen der drei rus­si­schen Teil­neh­mer, die nach der IOC-Ent­schei­dung mit Zu­stim­mung des Pfer­de­sport-Ver­ban­des FEI rei­ten dür­fen. „Das ist ei­ne Pri­vat-Initia­ti­ve“, er­klärt Hoy ihr En­ga­ge­ment: „Das hat mit dem Ver­band nichts zu tun.“Seit ei­ni­gen Mo­na­ten coacht die 53-Jäh­ri­ge Aleksan­der Mar­kow und des­sen Pferd „Kur­fürs­tin“.

„Auch die an­de­ren bei­den ha­ben ge­fragt, ob ich mit ih­nen das Ge­län­de ab­ge­he“, be­rich­tet die deut­sche Mann­schafts-Welt­meis­te­rin von 2006 über die Bit­te von And­rej Mi­tin und Ev­ge­ni­ja Ov­schin­ni­ko­wa. „War­um soll ich das nicht ma­chen und de­nen hel­fen? Das ist doch bes­ser für den Sport.“Der po­li­ti­schen Bri­sanz ist sich die drei­ma­li­ge deut­sche Meis­te­rin durch­aus be­wusst. „Das hat doch nichts da­mit zu tun, ob ich Pu­tin mag oder nicht“, sagt Hoy. Die Trai­ne­rin im rus­si­schen Out­fit er­gänzt: „Das wird ja auch pri­vat be­zahlt und nicht vom Ver­band.“ Und am Stu­fen­bar­ren sind die an­de­ren vier Deut­schen eben ei­nen Tick bes­ser.

Dank der sta­bi­len Vor­leis­tun­gen in die­ser Sai­son wird den deut­schen Mehr­kämp­fe­rin­nen der si­che­re Ein­zug in das Fi­na­le am Mitt­woch zu­ge­traut. So­wohl die Stutt­gar­te­rin Seitz, die Olym­pia-Zehn­te von London, wie auch die deut­sche Meis­te­rin Sche­der aus Chem­nitz könn­ten so­gar in die Top Ten ein­zie­hen und da­mit das bes­te Mehr­kampf-Er­geb­nis deut­scher Tur­ne­rin­nen seit 28 Jah­ren er­zie­len. Pau­li­ne Schä­fer gilt am Schwe­be­bal­ken als Me­dail­len­kan­di­da­tin. Dort muss sie sich aber der na­tio­na­len Kon­kur­renz der erst 16 Jah­re al­ten Ta­bea Alt aus Lud­wigs­burg er­weh­ren. Sie tritt nach ei­ni­gen Pat­zern in der Vor­be­rei­tung aber nicht am Bo­den an. Rou­ti­nier Kim Bui (Stutt­gart) wird nur am Bo­den und am Stu­fen­bar­ren ein­ge­setzt.

Die Chem­nit­ze­rin Pau­li­ne Schä­fer, hier beim Training, darf in Rio kei­nen

Mehr­kampf tur­nen.

Neu-Trai­ne­rin Bet­ti­na Hoy im rus­si­schen Out­fit mit Rei­ter Aleksan­der Mar­kow (r.) und ei­nem Of­fi­zi­el­len.

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