Sonn­tag

Sonn­abend

Dresdner Morgenpost - - WELT & SHOW -

Oh, glü­hen­des Tech­ni­co­lor: Es muss ab­so­lu­te Hoch­som­mer­zeit sein, wenn TV-Sen­der Vom Win­de ver­weht (1939) aus­pa­cken. Aber war­um nicht mal wie­der vier St­un­den lang feins­tes Ta­schen­tuch-Ki­no? Das Süd­staa­ten-Epos um Rhett But­ler und Scar­lett O’Ha­ra ist der größ­te Schmacht­fet­zen der Film­ge­schich­te - so wie Clark Ga­ble und Vi­vi­an Leigh das Paar der Paa­re blei­ben. Auch mal ganz schön. Sat.1 Gold, 22.05 Uhr

Als Ja­mes Bond war mir Pier­ce Bros­nan im­mer ei­ne Spur zu ölig. Wie gut der iri­sche Schau­spie­ler wirk­lich ist, zeigt er meist, wenn er sich auf die Schip­pe neh­men kann. So wie in der Thril­ler-Ko­mö­die Mord und Mar­ga­ri­tas (2005) als bur­nout-ge­plag­ter Pro­fi­kil­ler, der Hil­fe bei ei­nem bie­de­ren Ge­schäfts­mann sucht. Ganz schön lus­tig! ZDF­neo, 20.15 Uhr

Är­ger­li­ches Sport-Bom­bar­de­ment: Für Olym­pia li­ve ver­bal­lern die Öf­fis den Rund­funk­bei­trag und sen­den Leicht­ath­le­tik aus Rio von 9 bis 3 Uhr nachts. Gibt’s da­für kei­nen Spar­ten­ka­nal? Bon­bons der Haupt­sen­de­zeit: Erst das Frau­en­fuß­ball­spiel Ka­na­da ge­gen Sim­bab­we, da­nach Schie­ßen - da gilt das Mot­to „Da­bei­sein ist al­les“für mich nicht! ARD, ganz­tä­gig

Lie­ber bre­che ich ei­ne Lan­ze für ein ver­kann­tes Trash-Meis­ter­werk: Red Son­ja (1985) ist gar nicht so doof! Ar­nie Schwar­ze­negger muss­te zwar über­re­det wer­den, noch ein­mal die Bar­ba­ren­rol­le des Co­n­an zu über­neh­men, aber Brigitte Niel­sen gibt die Ama­zo­nen­kö­ni­gin so, dass man nicht weg­gu­cken kann. Lässt man sich auf den Co­mic-Look die­ses Quatschs ein, fetzt es. 3sat, 1.25 Uhr

Der stul­li­ge Möch­te­gern­gau­ner Nap­po freun­det sich dem spie­ßi­gen Ban­ker Till an, ob­wohl der sei­ne Gei­sel ist. In der ge­lun­ge­nen Ko­mö­die Nicht mein Tag (2014) glänzt ne­ben Mo­ritz Bleib­treu vor al­lem Axel Stein in un­ge­wohn­ter Rol­le. Schon über den zu­grun­de­lie­gen­den Ro­man von „Strom­berg“-Au­tor Rolf Hus­mann hat­te ich herz­haft la­chen kön­nen. RTL, 20.15 Uhr

„Let’s go!“Weil sie kei­ne Zu­kunft mehr ha­ben, schickt Re­gie-Rau­bein Sam Pe­ckin­pah sei­ne al­tern­den Ban­di­ten in die letz­te Schlacht. Die Zeit­lu­pen des blu­ti­gen To­des­bal­letts ha­ben The Wild Bunch (1969) zum Skan­dal ge­macht - aber ei­gent­lich ist der bru­ta­le Wes­tern die zärt­li­che Ge­schich­te ei­ner Män­ner­freund­schaft. Ich lie­be es. ar­te, 21.45 Uhr

Ab­neh­mShows lau­fen ganz or­dent­lich, ge­scrip­te­te Rea­li­ty-So­aps, in de­nen sich Lie­ben­de un­ter­durch­schnitt­li­cher In­tel­li­genz zum Dep­pen ma­chen, auch. War­um nicht bei­des in ei­nem? Lie­be leicht ge­macht? Das Sat.1-Be­zie­hungs­ex­pe­ri­ment führt Paa­re vor, die aus dem Leim ge­gan­gen sind. Wie Britta und Mar­ko (F.) ab­spe­cken, in­ter­es­siert mich al­ler­dings nicht die Boh­ne. Sat.1, 17.50 Uhr

Noch ei­ne Eh­ren­ret­tung: Frü­her fand ich die Hoch­glanz­fil­me von To­ny Scott ziem­lich gur­kig, Ta­ge des Don­ners (1990) ganz be­son­ders. Wenn sich Renn­fah­rer Tom Crui­se in kit­schi­gem Licht zu schlim­mer Mu­sik in Ni­co­le Kid­man ver­liebt, schien das nur schwer er­träg­lich. Im Al­ter wird man aber wei­ser. Heu­te fin­de ich: Das ist echt gu­tes Kin­topp. Ser­vus TV, 16.55 Uhr

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