Der Kul­ti hat wie­der ’ne Fah­ne

Dresdner Morgenpost - - DRESDEN -

Be­ju­belt, ver­pönt und ver­hüllt - das Wand­bild „Weg der Ro­ten Fah­ne“am Kul­tur­pa­last hat ei­ne wech­sel­vol­le Ge­schich­te hin­ter sich. Jetzt ist der „Scham­vor­hang“ge­fal­len, das Wand­bild wie­der sicht­bar.

Wer es in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten be­trach­ten woll­te, brauch­te ne­ben ei­nem gu­ten Au­ge vor al­lem Fan­ta­sie. Denn die mo­nu­men­ta­le Darstel­lung auf 300 Qua­drat­me­tern Flä­che war mit ei­nem dich­ten, grü­nen Netz ver­han­gen - of­fi­zi­ell, um Pas­san­ten vor her­ab­fal­len­den Tei­len zu schüt­zen.

Tat­säch­lich hat­te sich aber nur ei­ne von mehr als 400 Be­ton­plat­ten ge­lo­ckert. Vie­le in­ter­pre­tier­ten die Ver­hül­lungs­ak­ti­on da­her eher als Be­leg für ei­nen ver­krampf­ten Um­gang mit dem so­zia­lis­ti­schen Er­be der El­be­stadt. Das ist nun Ge­schich­te. Der „Scham­vor­hang“, wie das Ge­we­be vor dem Wand­bild auch ge­nannt wur­de, ist ge­fal­len.

Mo­men­tan be­hin­dern nur noch Ge­rüs­te und Bau­con­tai­ner die freie Sicht auf his­to­ri­sche Gestal­ten wie Karl Marx, Fried­rich En­gels, Ernst Thäl­mann und Wal­ter Ul­bricht. Sie sind ge­nau wie an­de­re Fi­gu­ren Ar­bei­ter, Sol­da­ten und Kin­der - durch ei­ne we­hen­de ro­te Fah­ne mit­ein­an­der ver­bun­den. Das Bild soll die Ent­wick­lung der Ar­bei­ter­be­we­gung von der bür­ger­li­chen Re­vo­lu­ti­on 1848/49 bis in die DDR-Zeit the­ma­ti­sie­ren.

Für rund 150 000 Eu­ro soll das Wand­bild jetzt sa­niert wer­den und bald zu­sam­men mit dem Kul­tur­pa­last in neu­em Glan­ze er­strah­len.

Das Wand­bild „Weg der Ro­ten Fah­ne“am Kul­tur­pa­last wird sa­niert.

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